Sonntags-Kolumne: Gewicht, Geld oder…

05. Mai 2024 | immer.dasleben

Mein Kolumnen werden oft durch Sätze lieber Menschen inspiriert. Dieser kam von meiner Schwester:

„Bei dir geht es so oft um Geld und Gewicht.“

Puh, das hat mich ganz schön aus den Latschen gehauen. Wir telefonieren jeden Samstag Morgen, falls möglich und tauschen uns so aus. Denn wir leben relativ weit auseinander. Es hat mich irgendwie getroffen und zum Nachdenken gebracht.

Gewicht

Thema Gewicht: Ich habe leider nicht den lebhaftesten Stoffwechsel und kämpfe ganz simpel ständig, nicht zu viel zuzunehmen oder darum, mein Gewicht zu halten. Wie in der letzten Kolumne schon beschrieben, bin ich ein guter Futterverwerter.

Muss ich schlank sein?

Klares nein, nichts muss. Aber ich möchte mich gut fühlen, leicht, beweglich, das ist mir eigentlich am wichtigsten. Nicht die Zahl auf der Waage. Da muss ich aber manchmal drauf, um zu wissen, wo ich stehe. Trotzdem hat sie natürlich recht. Es sollte nicht im Mittelpunkt des Lebens stehen. Vielleicht tausche ich das einfach gegen:

GESUNDHEIT oder?

Fotos, auch Titelfoto von Dietmar Grün. Das Kleid ist von Dear Abigael, eine Slow Fashion Label aus Australien

Geld

Dazu muss ich auch etwas persönlich werden: Ich gebe zu, dass ich seit Corona traumatisiert bin. Ein Großteil unseres Einkommens fiel zwei Jahre lang einfach weg. So war das – leider. Künstler? Selbstständig? Pech gehabt. So etwas vergisst man nicht so schnell. Frau auch nicht. Und dann macht Erziehung viel aus, finde ich.

Geld war immer genug da, aber es herrschte eine gewisse Grundangst und Sparsamkeit, die sich sehr eingeprägt hat.

Frauen und Geld ist sowieso immer so ein Thema. Klar, Geld allein macht nicht glücklich, aber es beruhigt. Oder wie Laura Ritthaler in meine letzten Emotional-Detox-Sitzung bemerkte:

„Geld ist Energie“.

Etwas Teures wertschätzt man mehr. Nachhaltige Mode und Naturkosmetik kostet oft einfach, weil sie anders und sorgfältiger hergestellt wird. Es ist schön, wenn man keine Fast Fashion kaufen muss. Da schrammen wir aber schon wieder ein anderes Thema: Dopamin und Konsum. Lassen wir es. Für heute. Statt immer an Geld zu denken: also mehr GEDULD. Oder auch…

…Gelassenheit

Neulich an einem Frühlingsabend in Slowenien. Wir, das heißt Sigi und ich, bezogen gerade eine total schöne Suite nahe dem Bleder See, als eine Nachricht von Ebay Kleinanzeigen aufpoppte. Eine junge Frau, mit der ich schon vorher sehr oft hin und her geschrieben hatte, zweifelte nach dem Kauf einer Vintage Liebeskind Tasche deren Echtheit an. Sie sei eine Fälschung, Plastik. Was könnten wir nun tun.

Ich war sofort auf 180. Ich hatte die Tasche auch bereits gebraucht gekauft und war mir aber sicher, dass es kein Fake war. Statt mich aber erst mal hinzusetzen und gar nicht zu antworten, schrieb ich sofort los.

„Stress macht feindselig“ – noch so ein toller Satz von Laura.

Und so war es. Alles schaukelte sich auf, der Abend war irgendwie verdorben. Obwohl ich mich bei Sigi entschuldigte. Ich kann viel von ihr lernen. Witzigerweise hat sie vergangenen Mindful Monday genau darüber geschrieben. Das Zauberwort heißt GELASSENHEIT.

Es hat auch mit Geduld und Loslassen zu tun. Tief durchatmen, erst einmal mit jemandem drüber sprechen. Eine Nacht drüber schlafen. Abends bin ich als Frühaufsteherin durch und puste alles zu einem riesen Problem auf. 12 Euro Versandkosten sollten mir nicht meinen Seelenfrieden rauben. Letztendlich ging es aber darum, dass jemand meine Integrität in Frage gestellt hat. Kennt mich ja nicht klar…

Ich arbeite dran, wie geht es euch damit? Werdet ihr gelassener? Wie macht ihr das?

Eure Ursula

Gesundheit, Geduld, Gelassenheit ist das Ziel…

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Ursula Gaisa

1968 in Schwandorf geboren. Studium Anglistik und Germanistik in Regensburg. Seit 1994 beim ConBrio Verlag. Journalistin, Buchautorin und Herausgeberin von immerschick.de - liebt Nachhaltigkeit, den Slow Lifestyle, Kunst und natürlich Musik. Chefin vom Dienst der neuen musikzeitung, Porträts für Politik & Kultur, die Zeitschrift des Deutschen Kulturrats. Gründungsmitglied der Bavarian Giants, HSP und neurodivergent...

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2 Kommentare
  1. Ich empfand es nicht so schlimm, manchmal amüsiere ich mich innerlich darüber, dass du immer alles gleich weghaben und geklärt haben musst. Und manchmal ist es vielleicht auch gut, etwas sofort zu klären. Und was wäre, wenn wir alle nur gechillt wären? Ich mag dich, wie du bist und wir ergänzen uns doch gut.
    Liebe Grüße,
    Sigi

    Antworten
    • Hach, ja, das stimmt. Feuer und der klare Gebirgsbach 😉 Schön, dass es dich gibt! Ursula

      Antworten

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