Sonntags-Kolumne: Longevity oder – Hunde, wollt Ihr ewig leben?

07. Juli 2024 | immer.dasleben

Der Titelzusatz stammt wieder mal aus einer kleinen Familienanekdote: Ein Großonkel väterlicherseits, der die 70 schon weit überschritten hatte, bekam nämlich vor vielen Jahren zu Weihnachten ein Buch geschenkt mit dem Titel: „Hunde, wollt Ihr ewig leben?“ Er war natürlich alles andere als „amused“…

Longevity

Daran muss ich manchmal denken, wenn der Modebegriff „Longevity“ gerade gehäuft auftritt. Genau wie bei Authentizität scheitert es da bei mir schon mit der Aussprache. Wenigstens weiß ich jetzt seit Sabinas Beitrag dazu, wie man es korrekt aus dem Mund fließen lässt: Longdscheviti. Merken kann ich mir das nicht.

Die Bilder, auch das Titelfoto sind von Birgit Pechler – das schöne Kimono Kleid von einer tschechischen Designerin

Es geht um ein möglichst langes gesundes Leben natürlich. Und was man dafür tun kann oder soll. Gesunde Ernährung, Yoga, Nahrungsergänzungsmittel, Entspannung, das richtige Mindset also… Sigi hat letztens auch in ihrem Mindset Monday dazu gebloggt. Wir sprechen auf unseren Kurzreisen oft darüber. Wie lange wir wohl noch Zeit haben für die richtig große Reise über ein paar Wochen. Nach Asien zum Beispiel, da war ich noch nie.

Wie lange bleibt einem noch?

Kann ich das in zehn Jahren auch noch machen? Oder lieber gleich im Dezember? Ich weiß es nicht. Was ich weiß ist, dass das Leben trotz aller Vorsorgen und dem Gut-für-uns-Sorgen unberechenbar ist. Ja, es gibt eben die Geschichten vom vegan lebenden Yogalehrer, der von einem Tag auf den anderen völlig verkrebst verstorben ist. Oder die von meiner Oma, die sich eigentlich von süßer Limo und Kuchen ernährt hat, und fast 94 Jahre alt wurde. Oder um es mit den Puhdys zu sagen

Wenn ein Mensch kurze Zeit lebt,
sagt die Welt, dass er zu früh geht.
Wenn ein Mensch lange Zeit lebt,
sagt die Welt, es ist Zeit . . .

Meine Freundin ist schön,
als ich aufstand ist sie gegangen,
weckt sie nicht, bis sie sich regt,
ich hab‘ mich in ihren Schatten gelegt.

Jegliches hat seine Zeit,
Steine sammeln – Steine zerstreun.
Bäume pflanzen – Bäume abhaun,
leben und sterben und Streit.

Das Fläschchen Wein

Erfrischend, was ein männlicher Leser unter Sigis Beitrag dazu kommentiert hat: „Hört sich für mich alles ziemlich kompliziert und aufwendig an. Ich hab gerade einen kompletten Check mit großem Blutbild gemacht: ALLES IM GRÜNEN BEREICH! Und das obwohl ich seit Corona kein Sport mehr gemacht habe; mir immer wieder mal am Abend nen Fläschchen Wein gönne und mich so ernähre, wie ich bereits als Kind „ernährt“ wurde. Nahrungsergänzungsmittel halte ich für Abzocke! Was mir sehr gut tut: sind die allwöchentlichen Einzelstunden YOGA und meinen alle 3-6 Monate 2-tägigen Aufenthalt im Kloster. Ach und übrigens: wie hat unser ALLER (leider nun verstorbene…) KAISER mal gesagt:

„Gesundheit hat den Menschen auf der Titanic auch nicht viel geholfen.“

Gut geschützt vor Wind und Regen bis ins hohe Alter 😉 mit meinem neuen Regenmantel von Ducktail Rainwear*

Frauen leben anders

Mir als nüchtern Lebende fällt dazu natürlich gleich ein, dass wir nur die Hälfte von dem vertragen, was Männer an Alkohol konsumieren können. Das wird oft unter den Teppich gekehrt. Aber das nur so nebenbei. Hat er recht? Beim Thema Nahrungsergänzungsmittel sage ich nein. Es ist medizinisch erwiesen, dass die Leber ab Ende 30 schon nicht mehr so arbeitet wie früher, dass Magnesiummangel ganz schlecht ist und dass pflanzliche Extrakte und Kollagen gut für Knochen, Haut und Haare sind.

Versteht mich bitte nicht falsch: ich möchte auf keinen Fall irgendwann im Rollstuhl sitzen oder krank vor mich hindümpeln.

Aber dann kommen mir die älteren Damen in Italien in den Sinn, die abends auf der Bank vor dem Haus zusammensitzen. Die machen sicher kein Yoga oder essen vegan und glutenfrei. Sie haben meistens ein paar Pfund zu viel auf den Rippen und genießen ihre alten Tage mit Kochen und Ratschen. Alles politisch völlig unkorrekt hier.

Wieder ein kleiner enttäuschender Versuch mit der KI von Microsoft. Haha, so stelle ich mir die Ladies in Italien nicht vor… Aber Ihr wisst hoffentlich, was ich meine…

Letztendlich kommt es doch darauf an, was wir in unseren Lebensjahren gemacht und ob wir uns mit dem Tod auseinandergesetzt haben. (An dieser Stelle empfehle ich die Lektüre des Interviews mit einer Sterbeamme!)

Lebend kommt hier keiner raus. 90 Jahre muss man nicht unbedingt werden, um ein erfülltes Leben gehabt zu haben. Beim einen oder anderen reichen auch 60.

Hunde, wollt Ihr ewig leben? Mich ermüdet das Leben zurzeit oft. Irgendwann ist Schluss damit. Und das ist doch gut so oder? Viel Durcheinander sorry. Ich bin gespannt, was Ihr sagt…

Eure Ursula

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Ursula Gaisa

1968 in Schwandorf geboren. Studium Anglistik und Germanistik. Seit 1994 beim ConBrio Verlag. Journalistin, Buchautorin und Herausgeberin von immerschick.de

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4 Kommentare
  1. Liebe Ursula, hat mir Spaß gemacht, Deinen Beitrag zu lesen. Danke! Musste mich schon früh durch den plötzlichen Tod meiner Mutter mit meiner Endlichkeit befassen. Und jetzt vor kurzem durch den Tod meines Vaters, der nicht gehen wollte und auch bis zum Schluss nicht begriff, warum eigentlich? Und das ist mein größter Wunsch: zu sterben, wenn ich das Gefühl habe, alles gelebt zu haben. Lächelnd loslassen zu können. Deshalb finde ich es wichtig, jetzt das beste Leben zu leben, wie ich es per meiner Definition und Möglichkeiten eben kann. Und wenn ich träume nach Afrika zu reisen, dann frage ich mich nicht, ob ich das noch schaffe. Ich träume ja jetzt davon und das macht mich heute happy und motiviert mich voll. Wir schaffen das, sure 😉

    Antworten
    • Liebe Trina, ja, das glaube ich. Mein Papa wollte auch noch so gerne leben, obwohl der Krebs schon wo viele Schäden angerichtet hatte. Letztendlich wissen wir nichts, auch wenn wir noch so gut für uns sorgen. Das ist aber trotzdem wichtig. Und du musst bald nach Afrika! YESSSS. Life is now. Hab einen wunderbaren Sonntag und eine gute neue Woche. Schön, dich zu kennen! Ursula

      Antworten
  2. Guten Morgen, das ist eine prima Perspektive zu einem komplexen Thema.

    Ich habe ja, wie gesagt, in meinem Blogbeitrag vor Kurzem zu Longevity geschrieben, was mir wichtig war und welche Erfahrungen ich damit mache.
    Warum soll ich nicht medizinische Fortschritte für mich nutzen? Das wäre ja so, als würde ich mich nicht bewegen, obwohl Bewegung mir gut tut.

    Und dass zu Longevity auch gehört, mehr über Frauengesundheit zu forschen, wovon wir in den Wechseljahren massiv profitieren. Es wäre sehr schade, wenn Longevity als reine Marketing Sache abgetan wird, was so nicht der Fall ist.

    Und klar hoffe ich, dass mein Hund ewig lebt.

    Happy Sunday!

    Antworten
    • Liebe Sabina, natürlich profitiere ich ja auch enorm davon, wie geschrieben. Aber das Thema ist vielschichtig. Einige Künstler haben in ihrem kurzen Leben mehr erlebt als andere, die 95 geworden sind. So meinte ich das ungefähr. Aber danke fürs Lesen und Kommentieren! Ich wünsche dir auch, dass Kelly noch viele schöne Jahre mit dir hat. Ursula

      Antworten

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