Sonntags-Kolumne: Grinch oder Weihnachtsfan?

Also es begann irgendwie schon in meiner Kindheit. Richtig schön fand ich die Weihnachtszeit vorher und danach 😉. Ich erinnere mich wie heute, als die ersten Schneeflocken vor dem Fenster wirbelten, und der Duft der selbstgebackenen Plätzchen meiner Mama dabei in der Luft lag. (Ihre, die sie mit fast 81 immer noch bäckt, sind übrigens die einzigen die mag. Bis heute.)
Aber dann, der Endspurt kam. Es wurde immer dunkler, Papa kam oft erst spät nach Hause, wahrscheinlich war er Geschenke shoppen. Und nein, er hat meine Mama NICHT gefragt, was sie sich wünscht. Aber das ist eine andere Geschichte.


Mein allererstes Weihnachten!
Meine Schwester und ich schrieben fleißig Wunschzettel, aber dann kamen die Feiern: im Kindergarten, in der Schule, Basteln, woher Geld nehmen für Geschenke? Die Stimmung wurde immer angespannter und gipfelte am Heiligen Abend darin, dass mindestens eine weinte. Gegen Mittag. Denn alles sollte ja perfekt sein. Oder zumindest sauber. Der Karpfen wurde geschlachtet, der tagelang in der Badewanne geschwommen war. Kann ich immer noch schlecht essen bis heute. Wir hatten uns mit allen angefreundet.
Und jetzt? Ich habe versucht, mit meinem Sohn zu backen. Nach zirka 10 Minuten wurde ihm langweilig, den Rest musste ich allein machen. 2 mm dicke Teigstücke ausrollen und ausstechen. Horror. Und dann verbrennen die in Null komma nix. Ne.
Weihnachtsmärkte
Will mir jemand im Ernst weismachen, dass es Spaß macht, im Schneematsch bei 2 Grad unter Null eine 5 Euro teure Gummisemmel und pappsüßen Glühwein zu vernaschen? Dabei zehnmal angerempelt zu werden von den Menschenmassen, während der Meerrettich auf den Kragen tropft?
Abgesehen davon, dass ich weder Bratwurst noch Wein konsumiere. Naja, mein Problem.
Letztendlich wurde Weihnachten wahrscheinlich nur erfunden, glaub ich, damit die dunkle Jahreszeit einigermaßen erträglich wird. Ist ja nichts dagegen zu sagen.



Regensburg Altstadt, jaaaa, schon schön 😉
Und ja, natürlich stellen wir einen Baum auf, und er riecht gut. Ich freue mich, meine ganze Familie um mich zu haben. Ich schmeiße sogar einmal im Jahr mein Klavier an und singe Weihnachtslieder. Aber am allermeisten freu ich mich auf – danach. Die Zeit zwischen den Jahren, yeahh. Ruhe, Stille, Urlaub, niemand arbeitet, alles lassen sich gegenseitig in Ruhe.
Rauhnächte
Und dann kommt das Silvester Gedöns. Ich bleibe dieses Jahr zu Hause allein. Wer macht mit?
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Also ich bin ja kein Grinch, obwohl ich dieses Jahr fast einer geworden wäre, ich habe mir echt zu viele to-dos auf die Liste geschrieben. Beim Karpfen kann ich die gleiche Geschichte erzählen und backen tue ich auch schon lange nicht mehr. Aber auf die Weihnachtsmärkte gehe ich gerne, hm irgendwann werde ich dich doch schon noch überzeugen und auch Matsch halte ich eine Weile aus. Noch ein paar Tage und dann bist du durch. Ich denke an dich.
Yeahh, schon geschafft! Herzliche Grüße Ursula