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Regensburg im August – 5 magische Orte & Ich zeig dir meine Stadt

15. August 2022

Das Weltkulturerbe zeigt sich im Spätsommer ähnlich wie im Januar in einer Art versteckter Schönheit: Den meisten Touristen ist es viel zu heiß, das Gras in den Parks ist schon verdorrt, alle sind schon etwas muffig 😉 Aber ich mag Regensburg im August schon immer sehr. Alle fahren gefühlt weg. Die Uni und die Theater haben zu. Halt: alle außer dem Statt-Theater im kühlen Keller! (offizielle Seite und Termine hier!) Und – „nördlichste Stadt Italiens“ – diesem Ruf wird die Donaustadt vor allem im Sommer immer wieder gerecht.

Blicke vom Turm der Dreieinigkeitskirche in der Gesandtenstraße. Er ist nur im Sommer von Mittwoch bis Sonntag von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Alle Fotos: immerschick.de & my-lovely-cosmos.de

Es gibt keine Staus morgens, dafür genügend Parkplätze. Die Cafés und Restaurants sind nicht so voll. Jederzeit kann frau sich in der Donau abkühlen, und schattige Plätzchen gibt es auch genug. Dieses Jahr durfte ich der lieben Sigi von my-lovely-cosmos.de meine Stadt zeigen. Im Gegenzug zu meinen erlebnisreichen Besuchen in Nürnberg, die hier und hier zu finden sind. Danke an dieser Stelle für die Unterstützung:  Hotel DAS REGENSBURG, Meier – ein Lokal, Cinema Paradiso, Haus der Bayerischen Geschichte und Spitalgarten Regensburg.

#1 Spitalgarten – denn im Biergarten lässt es sich aushalten

Es kann noch so heiß sein, die Linden im Spitalgarten spenden immer genug Schatten, und es fühlt sich alles gleich um ein paar Grad kühler an. Conny und Anton Sperger haben den traditionsreichen Gastgarten mit Hotel, Saal und Innengastronomie im laufenden Betrieb 2016 übernommen. Seitdem hat sich einiges verändert. Die Servicekräfte sind mit modernem Bestellsystem ausgestattet. Abgeräumt und gesäubert wird von Hilfskräften, die Räume innen und die Hotelzimmer wurden von Grund auf saniert und modernisiert. 13 Zimmer und 25 Betten gibt es, und abgesehen von Weihnachten kann man das ganze Jahr über hier übernachten.

Das Katharinenspital wurde um 1350 gegründet. Heute gehören Hotel/Biergarten, die Brauerei, das Seniorenheim, ein Forstbetrieb und die Kirche einer Stiftung. (Darüber und die interessante Geschichte des heutigen Stadtteils Stadtamhof kannst du hier nachlesen!) Conny Sperger ist Hotelfachfrau, ihr Mann Anton Koch. Vor dem Spital hatten sie ein Haus im kleinen Ort Thalmassing. „Viel Arbeit, aber auch Familie“ bedeute es für sie, berichtet sie im Interview. Die rund 90 Angestellten im Sommer kämen auch in den Wintermonaten zu Besuch. Nach ihren zwei freien Tagen freue sie sich immer wieder auf die Arbeit im Traditionsbetrieb. Im kleinen Festsaal kann man feiern, tagen oder heiraten.

Geblieben ist der einzigartige Blick auf die Steinerne Brücke und den Dom, das Publikum aus Einheimischen und Touristen, das süffige Bier der angegliederten Spital-Brauerei und die unvergleichliche Atmosphäre. Auf der Speisekarte stehen traditionsreiche Gerichte neben veganen Alternativen, alles frisch und knackig.

#2 Wohnen und essen: Hotel DAS REGENSBURG und Meier – ein Lokal

Die Hotellandschaft in der Donaustadt ist vielfältig und in ständigem Wandel. Gleich drei Häuser in der Innenstadt werden von der Familie Müller betrieben: das frühere „Zum fröhlichen Türken“ wurde 2019 liebevoll renoviert und zum Hotel Rosi. Gleich gegenüber ist das Hotel zum Peterstor. Und das neueste Projekt ist der Neubau DAS REGENSBURG mit Kunst der Designerin und Illustratorin Gabriele Duenwald zum Thema Barbara Blomberg. Alles in perfekter Lage zur Innenstadt und dem Bahnhof, mit einem Parkhaus nebendran, auch an Fahrräder wurde gedacht.

Hotel Rosi in der Fröhliche-Türken-Straße. Das große Foto im Eingang zeigt die frühere Besitzerin Rosi.

Wir waren total begeistert von Design, Atmosphäre, dem köstlichen Bio-Frühstück und vor allem dem unglaublich freundlichen Personal. Hier wird außerdem das Thema Nachhaltigkeit groß geschrieben: Biostrom, vegane Schuhe für die Mitarbeiter*innen, Wasser zum Nachfüllen auf den Zimmern. An alles ist gedacht. Das Flaggschiff der Familie Müller ist ein 4,5 Sterne-Haus, das seit Ende April geöffnet und fast immer ausgebucht ist.

„Wir legen viel Wert darauf, persönlich mit den Gästen zu sein. Dass wir mit allen ein bisschen ratschen…“

27 Zimmer – 2 Einzelzimmer, der Großteil sind Doppel und Doppel deluxe, 2 Familienzimmer und 2 Suiten in alle Richtungen gibt es hier: Innenhofzimmer, Frontzimmer mit Balkon. Haustiere sind hier übrigens nicht nur geduldet, sondern herzlich willkommen. Zu weiteren Infos und der Buchung geht es hier.

Perle in Stadtamhof – das Meier

Das Meier in Stadtamhof im ehemaligen Stadlerbräu gibt es seit 1995, übernommen hatten es damals die jetzige Pächterin Linda Wöß mit ihrem damaligen Lebensgefährten Stefan Kappl. Innen urig und gemütlich, draußen an der quirligen Straße mit bestem Blick auf das schöne Viertel kocht man hier regional und saisonal. Die kleine Karte bietet Salate, Nachspeisen und auch immer interessante vegetarische Gerichte.

#3 Cinema Paradiso

Schon eine echte Institution ist das Freiluftkino an der Donau, das mit Kopfhörern wunderbar leise ist und auch kulinarisch immer wieder erfreut. Viele kommen auch ohne Kinobesuch zum Schnabulieren, Trinken und Ratschen an den lauschigen Tischen mit den karierten Decken und dem leckeren türkischen Essen der Familie Kurt vorbei.

Erfunden hat’s wie so vieles in Regensburg die Namenlos GmbH mit Wirt Neli Färber (über das Orphée haben wir im Winter berichtet). Betrieben wir es jetzt in den Sommermonaten von einer eigenen GdbR unter der Ägide der benachbarten Kinos im Andreasastadel. Noch bis Ende August – Programm, Tickets unter www.cinemaparadiso-regensburg.de

#4 Flussbaden

Ohne Schlange stehen, Eintritt zahlen und Chlorgeruch schwimmen gehen. In Stadtamhof gleich unterhalb des Spitalgartens und an der Schillerwiese kann man jederzeit ins kühle Nass der Donau springen. Springen dann doch eher nicht. Wie viele Flüsse gerade leidet auch die Donau unter Niedrigwasser. Aber eigentlich gibt es bei Hitze nichts Schöneres. Viele weitere Tipps für Badeplätze und Seen findest du hier und hier.

Für das Bayerische Fernsehen bin ich übrigens im Juni in die Donau gestiegen. Den Beitrag findest du hier.

#5 Museum Haus der Bayerischen Geschichte und KOG

Regensburg und Bayern im Schnelldurchlauf, aber historisch wertvoll? Ist jederzeit gut möglich im 2019 in Betrieb genommenen Museum Haus der Bayerischen Geschichte am früheren Donaumarkt. Vor allem der jederzeit auch ohne Eintrittsgeld besuchbare dreidimensionale Film über die Anfänge des Castra Regina / Ratisbonas bis hin zur Zeit vor 200 Jahren ist immer wieder sehenswert. Im Anschluss lohnt sich dann die Dauerausstellung. Hier wird erzählt, wie Bayern zum Freistaat wurde und was ihn so besonders macht. Auf über 2.500 Quadratmeter wird bayerische Geschichte vom Beginn des Königreichs bis in die Gegenwart spannend und multimedial inszeniert. Für Kinder und Junggebliebene gibt es Verkleidungsstationen, aber auch wer tiefer eintauchen möchte, findet gut aufbereitete spannende Informationen.

Noch mehr Kultur gibt es im Kunstforum Ostdeutsche Galerie, das ich zusammen mit meiner Nichte am Wochenende vorher besucht habe. Infos www.kunstforum.net

Gerne weisen wir nochmals auf die umfassende Regensburg-Seite regensburgnow.de hin und für Ausflüge in die Umgebung auch auf Sophias Welt.

Wer raus aus der Stadt will, sollte unbedingt zur Walhalla, zum Donaudurchbruch und zum Kloster Weltenburg, eine Schifffahrt auf der Donau unternehmen und nach Kallmünz. Darüber bald mehr!

Und zum Schluss ein paar Bilder von unserem Walhalla-Shooting. Ausgelassen haben wir ja nix. 😉

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2 Comments

  • Reply Sigrid 17. September 2022 at 19:42

    Liebe Ursula,
    ganz lieben Dank noch einmal für die Einladung nach Regensburg und dass du mir deine Stadt gezeigt hast. Ich war ja vorher schon mal in Regensburg, aber von einer Einheimischen herumgeführt zu werden ist noch einmal etwas ganz anderes. Mir hat unsere Tour durch deine Stadt sehr gut gefallen und ich werden auf jeden Fall wiederkommen.
    Ganz liebe Grüße nach Regensburg
    Sigi

    • Reply Ursula Gaisa 18. September 2022 at 9:40

      Du bist immer und jederzeit willkommen. Es hat so viel Spaß gemacht. Und wenn frau jemand anderem etwas zeigt, bekommt es wieder einen ganz anderen Blickwinkel. Total interessant. Plötzlich fühlt frau sich auch wieder ganz anders und fast etwas fremd. Ich finde deine Idee mit dem „Ich zeig dir meine Stadt“ einfach toll. Liebe Grüße Ursula

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