Nachhaltig, fair und schick – Betty van Schneebeere
Dass Betty van Schneebeere, die eigentlich Betty van Recum heißt, eine sehr besondere Person ist, fällt einem sofort auf, wenn sie die Tür zu ihrem kleinen Häuschen in der Peripherie von Nürnberg aufmacht. Natürlich trägt sie einen Jumpsuit ihrer eigenen Kollektion, die Augen blitzen unterm roten Pony hervor. Sie sammelt schöne alte Dinge vor allem aus den 70ern. Alles angenehm IKEA-los und originell.
Autodidaktin an der Nähmaschine
Die gelernte Fotografin arbeitet in Teilzeit als Kamerafrau beim Bayerischen Rundfunk, und hat sich vor fünf Jahren eine gute Nähmaschine gekauft und angefangen zu nähen. „Und dann hab‘ ich mir das erste Kleid genäht und in die Arbeit angezogen. Da meinte eine Kollegin, sag mal, woher hast du das Kleid. Ich: selbst genäht. Und sie: Oh, machst du mir auch eins? Ich: Ja, mach ich dir auch eins.“ Eine Woche später kam sie und bat um eine Weiteres, das andere hatte sich ihre Tochter geschnappt. So hat alles angefangen. Der Name kommt übrigens von der Farbe ihres Oldtimers, der ist snowberry white. Im folgenden Frühjahr ging sie mit ihren Sachen auf einen Markt, verkaufte die ersten Teile. Dann kam die zweite Nähmaschine… „Und einen Kurs habe ich bis heute nicht gemacht!“ erzählt sie lachend.
„Es muss bequem sein und nirgends zwicken.“
„Der eigentliche Hauptgrund, mit dem Nähen anzufangen, war, dass ich gerne Klamotten aus Biostoffen haben und tragen wollte. Und die gab es damals kaum.“ An herrschenden Modetrends orientiert sich Betty dabei weniger: „Ich mache Sachen, die eben mein Style sind, die ich anziehen würde. Und bequem muss alles sein.“ Sie macht auch ihre Schnitte selber, alles ist ohne viel Schnickschnack, aber aus besten Stoffen, bunt und oft mit Mustermix.
Ihre Sachen passen von Größe 36 bis 44, da alles leger geschnitten ist. „Mein großer Traum als Kind war es immer, Modedesignerin zu werden. Aber es war nie das Geld für so was da. Als Teenager hab ich dann ein Kleid entworfen, das meine Oma nähen musste.“ So fing alles an.
Neben Biobaumwolle verwendet sie jetzt auch Stoffe aus Viscose und Tencel, wobei sie genau darauf achtet, woher das Material kommt. „Dass dann die Farben und Muster auch noch passen, ist gar nicht so einfach.“
Was Mode ist
Inzwischen hat sie viele Stammkundinnen, die auf die Wiedereröffnung der Märkte hoffen. Einen Onlineshop hat sie nicht, aber sie verschickt auf Bestellung. Ihren „Schauroom“ öffnet sie nach Vereinbarung. Betty stellt übrigens auch witzige Upcycling-Unikate her, denn es ist ihr wichtig, möglichst wenig Abfall zu produzieren.
„Mode kann auch Kunst sein. Dann ist sie oft nicht tragbar. Und man sollte sich unbedingt wohl fühlen drin. Das ist, glaube ich die Hauptsache. Mit Mode kann man sich ausdrücken, dafür braucht man aber ein bestimmtes Gespür.“
Website: www.schneebeere.com/
Betty auf Instagram @betty_van_schneebeere
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Liebe Ursula,
jetzt bin ich aus Nürnberg und kenne Schneebeere nicht. Schande auf mein Haupt. Danke für den informativen und kurzweiligen Artikel. Toller Mustermix, bequem und nachhaltig, dass muss ich mir mal näher anschauen.
Viele Grüße aus Nürnberg
Sigi
Oh ja, schau unbedingt mal vorbei. Gerade wenn es heiß wird, finde ich die Tops so so toll. Man ist angezogen, fühlt sich aber, als hätte man nichts an. Volle Empfehlung. Hab es gut. Und herzliche Grüße! Ursula