Meine Erfahrungen bei Shopping Queen, Teil 3: Vor dem Dreh

28. Juli 2019 | immer.schick

Der Vertrag, der in dieser Woche herein flattert, in der man die genauen Termine und die Zusage bekommt, ist 13 Seiten lang. Klar, der Sender und die Produktionsfirma wollen sich gegen alle Eventualitäten absichern. Schließlich könnte man ja am Freitag vor dem Dreh doch zu viel Herzflattern bekommen und das Ganze wieder absagen…
Will ich nicht. Was macht man jetzt in den zwei Wochen bis zum Dreh – abgesehen vom Nervössein? Sich viele neue schicke Sachen kaufen, denn man muss ja gut aussehen im Fernsehen oder? Sich die Haare tönen, zur Fußpflege gehen (!), schauen, dass die Fingernägel in Ordnung sind, paar Liegestützen und andere Übungen in den Alltag einbauen, damit man keine Winkearme zeigen muss…

Erst mal staubwischen

Abgesehen davon auch nicht so schöne Sachen wie im Job viele viele Überstunden einlegen, um vorzuarbeiten, überlegen, wie und wo man Hund und Kind unterbringt an diesem jenen Sonntag und während der Woche, vor allem an unserem Shopping-Tag, wenn der Mann auch theoretisch den ganzen Tag zur Verfügung stehen soll. Meine über 500 CDs (die Mädels haben sie an meinem Tag zu Hause gezählt, deshalb weiß ich’s) und meine Bücher (unzählige, ich bin eine Leseratte und werde nervös, wenn sich auf meinem Nachttisch weniger als fünf stapeln) alle einzeln abstauben. Warum? Ja wenn die eins raus nehmen und erst den Staub wegpusten müssen, was macht denn das für einen Eindruck? Hah. Eine gute Freundin sagt:

„Na wenigstens hast du deinen Kleiderschrank in Topform gebracht und die Wohnung renoviert, ist doch auch schon was…“

Recht hat sie.

Und aufräumen

Nochmal die Schränke durchschauen, nochmal die Wohnung aufräumen… Und nochmal. Und dann ist es endlich so weit. Der Sonntag vor dem eigentlichen Dreh bricht an, und wir haben zwei Termine: am frühen Nachmittag soll einer vom Produktionsteam kommen, um die Wohnung zu inspizieren, später am frühen Abend wird mein Vorstellungsfilm gedreht. Ihr wisst schon: Liedchen trällern im Proberaum. Wir sitzen rum und warten. Anrufe kommen, alles verschiebt sich etwas nach vorn, was uns sehr recht ist. Ein netter junger Mann, einer der Realisatoren, der am Donnerstag auch in meiner Wohnung drehen wird, kommt und will erst mal reden. Er erklärt nochmals die Regeln, die eigentlich auch schon alle im Vertrag stehen, aber wer liest schon 13 Seiten. (Ich schon.) Dann wird die Wohnung inspiziert, außerdem erklärt er, dass wir klappernde Armreifen, Ketten und Kleidung mit kleinen Mustern nicht tragen sollen – wegen dem Ton und weil es sonst flimmern könnte im Bild. (Leider vergesse ich das gleich wieder…)

Singen und nochmals singen

Bald danach fahren wir zum Proberaum, wo schon ein Kamerateam (das besteht immer aus drei Leuten: Kamera, Ton und Realisator – das ist der, der immer mit einem spricht und später von der angenehmen Stimme ersetzt wird, die jeder aus dem Fernsehen kennt) auf uns wartet. Sind auch total sympathisch und nett – gibt es nicht ein besseres Wort? – ähm, lustig, auf uns zugehend, offen… Es wird überlegt, wo genau wir drehen, geht alles schnell. Wir singen unser Lied drei bis viermal. Alles wird aus verschiedenen Perspektiven aufgenommen – wie auch während der ganzen Woche, das werde ich nicht mehr schreiben. Es folgen Miniinterviews, O-Töne. Ich muss sagen, warum ich glaube, dass ich die Shopping Queen werde, wie ich meinen Kleidungsstil beschreiben würde, was ich beruflich mache, was meine Hobbys sind, wie viel ich Monat für Mode ausgebe. Uff… Ich merke schon, dass man vieles, was man so ausplaudert, später nicht sooo gut finden wird, aber man sieht im Fernsehen sowieso nur ein Zehntel, wenn überhaupt. Das werde ich auch nicht mehr schreiben, versprochen. Zum Schluss wird dieses „stille“ Foto, das immer bei der Punktevergabe zu sehen ist, real gedreht.

Bis hierhin weiß ich immer noch nicht das Motto und kenne keine der anderen Frauen, sehr spannend! Doch die erste Adresse bekomme ich, ganz in meiner Nähe, und ich soll um 8.15 Uhr dort sein am nächsten Morgen. Vorher aber noch jemanden vom Team anrufen, ob die Zeit so bleibt. Mmh, die Neugierde treibt mich und ich gehe zu dem Haus und schau mir die Klingelschilder an… Bringt auch nix. (Teil 1 hier, Teil 2 hier)

Der erste Morgen, wie man das Motto erfährt und viele mehr demnächst in diesem Theater!

Ursula Gaisa

1968 in Schwandorf geboren. Studium Anglistik und Germanistik in Regensburg. Seit 1994 beim ConBrio Verlag. Journalistin, Buchautorin und Herausgeberin von immerschick.de - liebt Nachhaltigkeit, den Slow Lifestyle, Kunst und natürlich Musik. Chefin vom Dienst der neuen musikzeitung, Porträts für Politik & Kultur, die Zeitschrift des Deutschen Kulturrats. Gründungsmitglied der Bavarian Giants, HSP und neurodivergent...

Ähnliche Beiträge

Mit edubily gesund älter werden: Nährstoffe für Frauen ab 50
Mit edubily gesund älter werden: Nährstoffe für Frauen ab 50

Werbung. Ich nehme nicht viele Nahrungsergänzungsmittel ein, aber wenn ich Kollagen nicht supplementiere, merke ich das deutlich an meiner Haut, an meiner Beweglichkeit und insgesamt an meinen Gelenken. Das Strukturprotein kommt immer wieder ins Gerede. Letztens las...

Nachhaltige Labels: Puste die Blume und UMIWI
Nachhaltige Labels: Puste die Blume und UMIWI

Kleine nachhaltige Labels und auch noch von Frauen gegründet, begeistern mich immer wieder. Zwei Neuentdeckungen habe ich für euch: UMIWI Schmuck aus Köln und Franka mit ihrem Taschen-Label Puste die Blume aus Mainz. Ich durfte beiden ein paar Fragen stellen. Franka...

100 Jahre GOLDNER: Perfekte Passform auch bei Reisekleidung
100 Jahre GOLDNER: Perfekte Passform auch bei Reisekleidung

Werbung. GOLDNER (bis Januar 2026 atelier GOLDNER) – das ist ein Jahrhundert Modegeschichte, die zeigt, dass Langlebigkeit nicht nur eine Frage der Materialien ist, sondern auch der richtigen Passform. Wenn ein Modeunternehmen 2026 sein 100-jähriges Bestehen feiert,...

2 Kommentare
  1. Man du machst es echt spannend?wann kommt der letzte Teil raus? Ist ja wie bei Netflix? ich bin gespannt und fast froh, dass der Kelch an mir mal knapp vorbei gegangen ist?
    Lg Susanne

    Antworten
  2. Ach echt, liebe Susanne? Wurdest du gecastet? Du hättest dich sicher super geschlagen! Teil 4 morgen 😉

    Antworten

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Hallo!

Herzlich willkommen bei immerschick.de. Dieses ü50-Blogzine soll von allem handeln, was das Leben einfacher, schöner und interessanter macht: von gesunden, aber leckeren vegetarisch-veganen Rezepten, modischen Anregungen, Beauty und Lifestyle, Reisen und spannenden Büchern. Nachhaltigkeit und Slow Fashion liegen uns besonders am Herzen. Denn vielleicht können wir die Welt ein kleines bisschen besser machen.

Unsere Krimi-Komödie

Newsletter

Bitte wählen Sie aus, wie Sie von uns hören möchten:

Sie können sich jederzeit abmelden, indem Sie auf den Link in der Fußzeile unserer E-Mails klicken. Informationen zu unseren Datenschutzpraktiken finden Sie auf unserer Website.

We use Mailchimp as our marketing platform. By clicking below to subscribe, you acknowledge that your information will be transferred to Mailchimp for processing.Learn more about Mailchimp’s privacy practices here.