Lena kocht: Pilze mit Rösti-Kartoffel-Muffins

Herbstzeit ist Pilze-Zeit. Die Krause Glucke ist ein vorzüglicher Speisepilz, die mit ihrem angenehm nussigen Geschmack ein tolles Aroma in jedes Pilzgericht bringt. Sie kommt auf Sandboden in offenen Wäldern am Fuße der Baumstämme und auf Stümpfen von Nadelbäumen vor. Sie wächst vor allem auf Douglasien, Waldkiefern und Fichten. Die Pilze sind von Juli bis Dezember zu finden, Hauptsaison haben sie im September und Oktober. Das Rezept funktioniert aber auch gut mit anderen Speisepilzen, die man kaufen kann.

Wie immer gilt: Pilze und Wildkräuter sammeln bitte nur, wer sich auskennt. Ansonsten ist es ratsam, sich fachkundige Unterstützung zu suchen.
Pilze mit Rösti-Kartoffel-Muffins und veganer Estragon-Mayonnaise
Für 2 Personen, Zubereitungszeit: 50 Minuten, Schwierigkeitsgrad: mittel, vegan
Vorbereitung: Kartoffeln kochen
Für die Pilze:
- 200 g Krause Glucke
- Alternativ: Pfifferlinge oder Champignons
- Rapsöl
- 2 Zwiebeln
- 1 Knoblauchzehe
- Frische Kräuter (Estragon und Thymian)
- Kreuzkümmel gemahlen
- Schwarzer Pfeffer geschrotet
- Bohnenkraut gerebelt
- Macis gemahlen
- Chiliflocken

Für die Kartoffel-Muffins:
- 6 gekochte Kartoffeln
- 2 rohe Kartoffeln
- 1 Karotte
- 4 EL Mehl
- Leinsamen geschrotet
- Wasser
- ¼ Apfel
- Pflanzenbutter
- Kürbiskerne
- Salz
Für die Estragon-Mayonnaise:
- Zitronensaft
- 1 gestrichener EL mittelscharfer Senf
- Rapsöl nach Bedarf
- Pflanzensahne
- Agavendicksaft
- Frischer Estragon
- Meersalz, Pfeffer



So wird’s gemacht:
Ein Muffin-Blech für 6-8 Muffins einfetten. In die Hälfte der Ausbuchtungen legt man eine gekochte Kartoffel und stampft sie mit dem Stößel zu einer Art Smashed Potatoe. In die entstandene Mulde kommen klein geschnittene Apfelstückchen und ein Stück Pflanzen-butter. Nach dem Salzen folgt eine weitere zerdrückte Kartoffel. Alles ein wenig fest-drücken und nochmals salzen. Fertig ist die erste Sorte Kartoffel-Muffin.
Für die zweiten Muffins müssen geschrotete Leinsamen in etwas Wasser quellen, bis sich eine leicht schleimige Konsistenz bildet. Das dient später als Ei-Ersatz.
Jetzt werden die beiden rohen Kartoffeln und die Karotte gerieben, bevor alles gut mit einem Küchentuch ausdrückt wird, um die Feuchtigkeit zu reduzieren. Zu der Masse noch eine gekochte Kartoffel, 2 EL Mehl, Gewürze, 1-2 EL von dem Leinsamen-Schleim und Kürbiskerne dazugeben. Alles gut miteinander vermengen und in die bereits eingefetteten Muffin-Förmchen füllen.

Bevor das Blech in den Ofen wandert, müssen die Pilze geputzt werden. Bei der Krausen Glucke ist es wichtig, gründlich zu sein, da sich durch ihren schwammartigen Aufbau Waldboden in den Zwischenräumen befinden kann. Hierzu wird sie in Wasser gelegt, das mit etwas Mehl angereichert wurde. Darin kann man sie in kleinere Stücke zerteilt aus-waschen. Dann mit einer kleinen Bürste Stück für Stück reinigen und zum Schluss nochmals in ein frisches Mehl-Bad geben. Das Wasser abschütten und die Krause Glucke auf einem Küchentuch abtropfen lassen.
Auch alle anderen Waldpilze wie Pfifferlinge oder auch gekaufte Champignons können abgewaschen und bei Bedarf mit einer kleinen Pilzbürste gereinigt werden.
Jetzt passt es zeitlich gut, das Muffin-Blech bei 180-200 Grad Umluft in den Ofen zu schie-ben, Dauer ca. 30 Minuten. Dazwischen regelmäßig kontrollieren. Die Muffins dürfen richtig schön goldbraun knusprig gebacken werden.
In der Zwischenzeit werden die Pilze angebraten, sodass alles zeitgleich fertig wird. Die Zwiebeln klein würfeln und in der Pfanne mit etwas Rapsöl erhitzen, bis sie eine leicht bräunliche Färbung angenommen haben. Dann eine zerstoßene Knoblauchzehe dazu geben und die Krause Glucke gut durchbraten. Thymian und Estragon-Zweige mit in die Pfanne legen. Es dauert eine Weile (ca. 20 Minuten), bis das Wasser aus den Pilzen ver-dampft, sie eine schöne Färbung annehmen und sich nach dem Würzen in ein feines Pilz-Gemüse verwandeln.



Während die Pilze braten, kümmern wir uns um die Mayonnaise. Öl, Senf, Zitronensaft, Agavendicksaft, Estragon Salz und Pfeffer in ein tiefes Gefäß geben und mit dem Zauberstab zu einer Emulsion verquirlen. Jetzt nach und nach ein wenig von der Pflanzensahne hinzugeben und unter weiterem Mixen die gewünschte Konsistenz erreichen.
Final abschmecken und kaltstellen, bis die anderen Komponenten servierbereit sind.
Die Muffins aus dem Ofen holen, mit einem Messer vom Rand ablösen und vorsichtig auf ein Brettchen stützen. Dann auf einem Teller anrichten, von dem Pilzgemüse drum herum-geben, eine kleine Landgurke aufschneiden, die Mayonnaise in einem kleinen Dip-Schälchen auf den Teller stellen, Hornveilchen oder andere essbare Blüten darüber streuen und zu Tisch bringen. Sieht nicht nur hübsch aus, sondern schmeckt auch vorzüglich. Viel Freude beim Nachkochen.
Weitere leckere Gemüse-Rezepte in einem alphabetischen Register findest du hier.
Ursulas Kochbuch “Vegetarische Schmankerl für 5 Jahreszeiten” kannst du hier bestellen.
Du möchtest nichts mehr verpassen? Abonniere den Newsletter hier. Er kommt nur einmal im Monat und du kannst ihn jederzeit wieder abbestellen.
Ähnliche Beiträge

Christina kocht: Rosen-Secco aus Duftrosen
Am Morgen war ich mit meinen Hunden im Park unterwegs, als mir zwei große Rosenblüten ins Auge fielen. Sie lagen achtlos auf dem Gehweg – vermutlich in einer überschwänglichen Laune von einem Strauch abgerissen und danach verloren… Ich hob sie auf, roch und war...

Anya Schmidt und Tegernsee Kitchen: Essen ist so viel mehr als Ernährung
Es gibt wenige Food Blogs, denen ich folge und die mich inspirieren. Schließlich habe ich auch ein Kochbuch geschrieben, hatte eine monatliche Kolumne mit vegan-vegetarischen Gerichten in einer Tageszeitung, und vieles wiederholt sich einfach ständig. Tegernsee...

Christina kocht: Vogelkirsch-Chutney
Die Vogelkirsche (Prunus avium) ist die wilde Urform unserer heutigen Süßkirschen. Aus ihr wurden über viele Generationen hinweg die großen, saftigen Herzkirschen und Knorpelkirschen gezüchtet, die wir heute aus Gärten und Obstplantagen kennen. Zwar sind die Früchte...

Christina kocht: Lindenröllchen mit Camembert-Creme & Wildblüten
Eigentlich hatte ich ein anderes Rezept geplant. Aber dann bin ich am Sonntagmorgen an einem wunderschönen Lindenbaum vorbeigekommen. Die Blätter waren noch ganz jung, hellgrün, weich und frisch – genau der kurze Moment im Frühling, in dem sie einfach perfekt sind....

Höllensteinhaus und -See – Ausflug ins Viechtacher Land
„Bayerisch Kanada“ wird es auch genannt: das Regental im Viechtacher Land in der nördlichen Oberpfalz. Ein besonderes Highlight für geübte Wanderer ist der Wandersteig 1a Höllensteinsee: Ein naturbelassener Steig über mächtige Felsen und durch saftig-grünen...

Christina kocht: Blütenbutter mit Wiesen-Schaumkraut
Das Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis) ist eine zarte Wildpflanze, die im Frühling auf feuchten Wiesen, an Gräben und Bachrändern wächst. Es wird etwa 20 bis 50 Zentimeter hoch und bildet von April bis Juni blassrosa bis violette Blüten. Typisch sind die...




0 Kommentare