Bio, nachhaltig, vegan vom Discounter – geht das?

26. Oktober 2021 | immer.lecker

Biolebensmittel einzukaufen, das kann sich nicht jeder leisten, liest man immer wieder. Schlechte Ernährung gehe immer wieder mit einem niedrigen Einkommen einher. Aber stimmt das? Wir haben den Test gemacht. Am Beispiel von einem der größten Discounter Aldi Süd (danke an dieser Stelle für die freundliche Zusammenarbeit).

Geht man durch die Reihen, fällt einem schon die große Auswahl an Biolebensmitteln auf: vom fairen Kaffee und Müsli über Biobrot, Marmelade und Tee. Zu (fast) jedem konventionellen Produkt gibt es eine Alternative – rund 450 Artikel stehen zur Auswahl. Auch im Tiefkühlbereich übrigens.

Nachhaltigkeit und Verpackung

Sie kosten teilweise nur ein paar Cent mehr und schneiden in den Öko-Tests meistens gut ab. Und vergleicht man die Preise mit Produkten aus speziellen Bio-Supermärkten, bemerkt man große Unterschiede. Als ein Beispiel herausgegriffen sei hier der Bio-Haferdrink, der landauf und landab als Milchalternative verwendet wird: statt 2,49 Euro zahlt man bei Aldi Süd 0,99 Euro. Wie sich das Ganze einem gesunden vegetarischen Rezept auswirkt, rechnen wir zum Schluss genau aus, also am Ende des Artikels mit einem Rezeptbespiel – regional, saisonal und proteinreich…

Auch in Sachen Verpackung holt man auf: bei der Brotselbstbedienungstheke kann man Brotbeutel aus Stoff kaufen, genau so wie beim Gemüse. Die Bioäpfel und -Limetten sind in Karton verpackt. Regionales Gemüse wie Lauch, Sellerie, Radieschen, Rettich, Weißkohl, Kürbis oder Karotten gibt es lose, also ohne Plastikverpackung.

Thema vegan

Sich vegan zu ernähren, wird vor allem bei jungen Menschen immer beliebter. Zu Ersatzprodukten kann man stehen wie man will, viele verzichten aus ethischen Gründen auf tierische Produkte, mögen aber den Geschmack von Fischstäbchen, Wurst und Co. Auch hier ist man am Puls der Zeit. Die Auswahl an Produkten ist reichhaltig.

Aber was kostet das jetzt?

Wir haben ein Rezept ausgewählt, das sehr gesund, regional, vegan und Bio ist: es handelt sich im einen Linsen-Kürbis-Salat, der in 20 Minuten auf dem Tisch stehen soll.

Beim Hokkaidokürbis ist der Preisunterschied zum Bio-Supermarkt gar nicht so groß: für das Kilo zahlt man bei Aldi Süd derzeit 1,59 Euro, bei uns um die Ecke 1,99 Euro. Krass wird es allerdings bei den Linsen, den Kräutern und der Zitrone. Die Bioberglinsen in der 500g-Packung kosten beim Discounter 1,65 Euro, das Pendant im Bioladen 3,99 Euro. Zitronen im Netz hier 1,59 dort 3,59 Euro. Biokräuter im Topf bei Aldi 0,99 im Bioladen mindestens 2,19 Euro, und das ist noch oft in Plastik verpackt.

Überschlägt man also die Kosten für ein Portion Linsen-Kürbis-Salat als Beispiel, kommt man auf einen Preisunterschied, der schon ins Gesicht fällt: das Gericht kostet pro Person mit den Lebensmitteln aus dem konventionellen Biomarkt etwas das Doppelte, pro Portion also 2,40 Euro. So viel aber auch zum Thema, sich gesund zu ernähren kostet viel. Wenn man also zu Hülsenfrüchten und regionalem Gemüse greift, ist das zum Beispiel gar nicht so. Hier oder dort. Der sensationelle Preis von 1,20 Euro mit den Discounterprodukten ist allerdings erstaunlich.

Dass das Einkaufserlebnis an sich natürlich ein anderes ist, sei an dieser Stelle natürlich auch nicht verschwiegen, was ja auch jedem Konsumenten klar ist. Aber wer sparen will, kann sich trotz allem gut ernähren. Das ist unser Fazit.

Ursula Gaisa

1968 in Schwandorf geboren. Studium Anglistik und Germanistik in Regensburg. Seit 1994 beim ConBrio Verlag. Journalistin, Buchautorin und Herausgeberin von immerschick.de - liebt Nachhaltigkeit, den Slow Lifestyle, Kunst und natürlich Musik. Chefin vom Dienst der neuen musikzeitung, Porträts für Politik & Kultur, die Zeitschrift des Deutschen Kulturrats. Gründungsmitglied der Bavarian Giants, HSP und neurodivergent...

Ähnliche Beiträge

Christina kocht: Vogelkirsch-Chutney
Christina kocht: Vogelkirsch-Chutney

Die Vogelkirsche (Prunus avium) ist die wilde Urform unserer heutigen Süßkirschen. Aus ihr wurden über viele Generationen hinweg die großen, saftigen Herzkirschen und Knorpelkirschen gezüchtet, die wir heute aus Gärten und Obstplantagen kennen. Zwar sind die Früchte...

Christina kocht: Lindenröllchen mit Camembert-Creme & Wildblüten
Christina kocht: Lindenröllchen mit Camembert-Creme & Wildblüten

Eigentlich hatte ich ein anderes Rezept geplant. Aber dann bin ich am Sonntagmorgen an einem wunderschönen Lindenbaum vorbeigekommen. Die Blätter waren noch ganz jung, hellgrün, weich und frisch – genau der kurze Moment im Frühling, in dem sie einfach perfekt sind....

Höllensteinhaus und -See – Ausflug ins Viechtacher Land
Höllensteinhaus und -See – Ausflug ins Viechtacher Land

„Bayerisch Kanada“ wird es auch genannt: das Regental im Viechtacher Land in der nördlichen Oberpfalz. Ein besonderes Highlight für geübte Wanderer ist der Wandersteig 1a Höllensteinsee: Ein naturbelassener Steig über mächtige Felsen und durch saftig-grünen...

Christina kocht: Blütenbutter mit Wiesen-Schaumkraut
Christina kocht: Blütenbutter mit Wiesen-Schaumkraut

Das Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis) ist eine zarte Wildpflanze, die im Frühling auf feuchten Wiesen, an Gräben und Bachrändern wächst. Es wird etwa 20 bis 50 Zentimeter hoch und bildet von April bis Juni blassrosa bis violette Blüten. Typisch sind die...

Barkultur alkoholfrei – Kurztrip zum Hotel Vier Jahreszeiten Starnberg
Barkultur alkoholfrei – Kurztrip zum Hotel Vier Jahreszeiten Starnberg

Wenn die Tage wieder länger werden, und sich trotzdem ein Alltag ohne große Abwechslung an den anderen reiht, müssen wir unbedingt kulinarisches Neuland entdecken und endlich wieder Ausflüge machen. Das Hotel Vier Jahreszeiten Starnberg stand schon länger auf unserer...

2 Kommentare
  1. Das sehe ich genauso liebe Ursula. Ich lege sehr viel Wert auf gesunde Ernährung und koche oft 2x am Tag. Ich kaufe auf dem Wochenmarkt in meinem Viertel mit regionalen Händlern ein, aber da bekomme ich natürlich nicht alles, obwohl wir uns in erste Linie plant based ernähren. Manchmal darf es auch eine Avocado oder Mango sein. Wenn es schnell gehen muss oder ich auf den Preis schaue, dann gehe ich zum Discounter und werde, wie Du sehr schön beschreibst, bei den Bio-Produkten fündig. Aber wie immer gibt es hier und da Produkte, die ich geschmacklich einfach besser finde (ganz abgesehen vom Preis). Liebe Grüße Sigrid

    Antworten
    • Danke, liebe Sigrid. Es macht so einen großen Unterschied, was man in sich „hinein füllt“. Essen ist unser wichtigster Treibstoff. Ich wünsche dir einen wundervollen Tag! Ursula

      Antworten

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Hallo!

Herzlich willkommen bei immerschick.de. Dieses ü50-Blogzine soll von allem handeln, was das Leben einfacher, schöner und interessanter macht: von gesunden, aber leckeren vegetarisch-veganen Rezepten, modischen Anregungen, Beauty und Lifestyle, Reisen und spannenden Büchern. Nachhaltigkeit und Slow Fashion liegen uns besonders am Herzen. Denn vielleicht können wir die Welt ein kleines bisschen besser machen.

Unsere Krimi-Komödie

Newsletter

Bitte wählen Sie aus, wie Sie von uns hören möchten:

Sie können sich jederzeit abmelden, indem Sie auf den Link in der Fußzeile unserer E-Mails klicken. Informationen zu unseren Datenschutzpraktiken finden Sie auf unserer Website.

We use Mailchimp as our marketing platform. By clicking below to subscribe, you acknowledge that your information will be transferred to Mailchimp for processing.Learn more about Mailchimp’s privacy practices here.