Karam – ein Kochbuch, zwei Rezepte

07. Oktober 2019 | immer.lecker

Wieder ein wunderschön gestaltetes Buch aus dem Münchner Sieveking Verlag: es geht um orientalische Rezepte und Gastfreundschaft. Die Autorin Bethany Kehdy ist eine libanesisch-amerikanische Foodjournalistin, Bloggerin und Moderatorin. Yoram Ottolenghi feierte sie unlängst als „eine neue Meisterin der nahöstlichen Küche“. Ihr erstes Kochbuch „The Jewelled Kitchen“ wurde von der New York Times zu einem der bemerkenswertesten Kochbücher des Jahres 2013 gekürt.

Gäste könnten auch Engel in Menschengestalt sein.

Bethany Kehdy gewährt hier unterhaltsame Einblicke in die gesellige, intuitive und zugleich raffinierte nahöstliche Kochkultur. Ihre kulinarische Reise durch die Levante bietet zahlreiche bunte Rezepte und führt an die Tradition der Mezze-Tafel heran. Die Handhabe von Gewürzen und die Zubereitung von Tee und Süßspeisen erläutert Kehdy ebenso liebevoll wie die Rituale orientalischer Festtafeln. Wer also auf Hummus und andere Spezialitäten aus dem Nahen Osten abfährt, sollte sich das Buch auf jeden Fall zulegen.

Wenn du am Tisch mit deinen Brüdern sitzt, verweile lange Zeit – denn diese Stunden verstreichen nicht auf deiner Lebensuhr.

Dscha’far As-Sadiq

Die Autorin ist auch auf Instagram aktiv: @bethanykehdy

Kehdys Website finden Sie hier

Die Landschaft des Nahen Ostens, © Nassima Rothacker
Aus: KARAM. Gemeinsam genießen. Orientalische Rezepte & Gastfreundschaft.  Sieveking Verlag, 2019

Ich hatte ein Dinnereinladung und habe zwei Rezepte ausprobiert. Die Gäste waren begeistert. Als Borani bezeichnet man vegetarische Vorspeisen. Tarator ist eine Art Dressing, das mir übrigens mit viel weniger Süße geschmeckt hat, also vorsichtig mit dem Honig sein, da Kürbis ja sowieso süßlich schmeckt.

Borani mit Kürbis & Pomelo

Das braucht man (für 4-6 Portionen als Teil eines mehrgängigen Menüs):

  • 1,5 kg gemischter Kürbis, möglichst alle Sorten, in 2 cm dicke Spalten geschnitten
  • Meersalzflocken und frisch gemahlener Pfeffer
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Pomelo oder Grapefruit, geschält, von den Kernen befreit und in große Stücke geschnitten
  • 1 rote Chili, in dünne Ringe geschnitten
  • 2-3 EL geröstete oder gegarte Kichererbsen
  • 3-4 EL Kokosraspel (hatte ich nicht)
  • 1 EL grob gehackte Minze
  • 1 EL grob gehacktes Koriandergrün

Für den Kokos-Tarator:

  • 100 ml Kokosmilch
  • 2 Knoblauchzehen. geschält und fein gehackt
  • 3-4 EL Honig plus
  • 2 TL Pomelo- odor Grapefruitsaft
  • Meersalz und frisch gemahlener Pfeffer

So geht’s:

  • Den Backofen auf 200 °C vorheizen.
  • Die Kürbisspalten auf einem Backblech verteilen. Mit Salz und Pfeffer bestreuen, mit dem Öl beträufeln und 30-35 Minuten backen.
  • Für den Tarator in einer Schüssel Kokosmilch, Knoblauch, Honig, Pomelosaft, Salz und Pfeffer aufschlagen. Abschmecken und noch etwas Honig unterrühren, wenn Sie es gern süßer mögen.
  • Wenn der Kürbis gar und weich ist, aus dem Ofen nehmen und mit der Pomelo auf einer Platte anrichten. Mit dem Tarator-Dressng beträufeln und mit Chili, gerösteten Kichererbsen, Kokosrapeln und Kräutern bestreuen. Mit frisch gemahlenem Pfeffer würzen und warm servieren.

Lady Burans glasierte Auberginen

Das braucht man (6-8 Portionen als Teil eines mehrgängigen Menüs):

  • 8 lange, dünne (Thai- oder japanische) Auberginen, längs halbiert (ich habe Normale verwendet und längs in dünnere Spalten geschnitten)
  • 1 EL Meersalzflocken
  • 80 ml Arganöl plus 1 EL falls notwendig
  • 1 TL Kümmel, geröstet und etwas zerdrückt
  • 15 g Ingwer, geschält und gehackt
  • 1-2 frische rote Chilis, in dünne Ringe geschnitten
  • 1 Knoblauchzehe, in dünne Scheiben geschnitten
  • 2 EL Sojasauce
  • 2 El. Dattelsirup oder Granatapfelmark
  • 2 EL Verjus oder Apfelessig
  • 1 EL Schwarzkümmelsamen
  • 1 TL Sesamsamen geröstet 1 Handvoll Koriandergrün grob gehackt
  • frisch gemahlender Pfeffer

Und so geht’s:

  • Die Auberginen salzen und in einem Durchschlag 5 Minuten ruhen lassen.
  • In einer großen beschichteten Pfanne das Öl bei mittlerer Temperatur erhitzen. Die Auberginen darin 4-5 Minuten braten, dabei die Pfanne ab und zu schwenken, damit sie nicht anhaften. 75ml Wasser zugießen, den Deckel teilweise auflegen und köcheln lassen, bis die Flüssigkeit verkocht ist und die Auberginen weich sind. Die Temperatur reduzieren, Kümmel, Ingwer, Chilis und Knoblauch hinzufügen sowie 1 Esslöffel Öl, falls notwendig.
  • Weitere 1-2 Minuten garen, dann die Sojasauce, den Dattelsirup und Verjus unterrühren und in 2-3 Minuten zu einer klebrig-sämigen Sauce einkochen.
  • Auf einer Platte anrichten und mit Schwarzkümmelsamen, Sesamsamen, gehacktem Koriander und frisch gemahlenem Pfeffer bestreuen. Sofort servieren und eventuell griechischen Joghurt dazu reichen.

Ein Rezensionsexemplar wurde mit vom Verlag zur Verfügung gestellt. Cover ist ein Affiliatelink.

Ursula Gaisa

1968 in Schwandorf geboren. Studium Anglistik und Germanistik. Seit 1994 beim ConBrio Verlag. Journalistin, Buchautorin und Herausgeberin von immerschick.de

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