Vom Tanz zum Yoga: Isabelle Bartmann und ihr Studio

01. Mai 2021 | immer.dasleben

Namaste! Dieser Beitrag ist mir eine Herzensangelegenheit und steht stellvertretend für die vielen kleinen feinen Yoga-Studios, die seit Anfang November trotz ausgeklügelter Hygienekonzepte nicht mehr öffnen dürfen und jetzt um ihre Existenz bangen. Staatliche Hilfen aus dem letzten Lockdown mussten zurückgezahlt werden, da man ja zwischen Juni und November mit viel weniger Besucher*innen öffnen durfte und etwas Geld geflossen ist. Isabelle Bartmann von Isayoga kenne ich schon aus meinen Fitness-Studio-Zeiten, wo ich jede einzelne Stunden mit ihre genossen habe und ich so zum Yoga fand. (enthält Werbung, unverlangt und unbeauftragt, aber aus voller Überzeugung)

Foto: Agnes Balawejder-Busch

Als Schweizerin wurde Isabelle an einem 8. August in München geboren. Ihre Eltern waren in den 1968er-Jahren nach München gekommen und dort begeistert von der Hippie Szene hängengeblieben. Ihre Kindheit verbrachte sie im vorderen Bayerischen Wald, weit weg vom nächsten Dorf, ohne Fernseher und mit viel Natur. Schon damals liebte sie Bewegung aller Art und wäre am liebsten ein Zirkuskind gewesen. Auf der Wiese turnte sie vor imaginären Gästen und gab ihre eigenen Zirkusvorführungen. Als sie 12 Jahre alt war, vertrieb der frühe Tod ihrer Mutter alle Leichtigkeit, sie wollte niemanden mehr sehen und verlor alle Motivation. Mit 14 Jahren fand sie zum Tanzen, die Bewegung holte sie aus der Starre heraus, sie konnte sich wieder spüren, und die Lebenslust kam zurück.

Tanzen bis der Schmerz kommt

Bewegung und Gestaltung waren also schon immer große Leidenschaften von Isa.

„In der Schule hatte ich in Sport, Musik, Kunst und Handarbeiten/Werken immer meine Einser. Die anderen Fächer waren eher mittelmäßig. Aber mein Vater hat mich immer bestärkt und gesagt: In den wichtigsten Fächer hast du doch Einser, die anderen sind nicht so wichtig.“

Isabelle Bartmann

So tanzte sie bis ihr Körper nicht mehr konnte und unter heftigen Rückenschmerzen zu leiden begann. Gestaltung bekam so mehr Raum und sie studierte mit der gleichen Leidenschaft Architektur. Durch Zufall landete sie nach zweijähriger Tätigkeit in einem Architekturbüro an einer Fachoberschule für Gestaltung als Dozentin in der fachpraktischen Ausbildung. Mit kreativen jungen Menschen zu arbeiten, gefiel ihr sehr, aber auch hier war sie nicht wirklich glücklich, die Bewegung fehlte ihr so sehr. So landetet sie im Fitness Studio und fand dort in den choreografierten Aerobic-Stunden das Tanzen wieder und absolvierte eine Ausbildung nach der anderen.

So kam Yoga in ihre Leben

Die Arbeit an der Schule und das Unterrichten im Fitness Studio liefen parallel, sie konnte beides kombinieren und dachte, sie sei nun angekommen. Aber wieder kam Isabelle an den Punkt, an dem ihr Körper nicht mehr mitspielen wollte, zu viel Bewegung ohne die nötigen Pausen. Und so kam Yoga in ihr Leben. Damals gab es noch sehr wenige Yogalehrer, und so begann sie im Fitness Studio auch Yoga zu unterrichten. Irgendwann lösten die Yoga-Stunden die Aerobic-Stunden ab. Sie absolvierte eine Personal Trainer Ausbildung, eine Thai Yoga Massage Ausbildung und einiges mehr.

Isayoga

2013 meinte eine Freundin, dass sie doch den Schritt in die Selbstständigkeit wagen solle. Der Einzelunterricht in der Wohnung wurde anstrengend, Kurse musste sie in extra angemieteten Räumlichkeiten geben. Die Idee nahm Gestalt an, sie fand perfekte lichtdurchflutete Räumlichkeiten, 2014 eröffnete sie Isayoga in Regensburg. Nach einem Jahr mit der parallel mit Studio und der Stelle an der Schule kündigte sie ihre unbefristete Stelle beim Staat, um ihren Traum vom eigenen Studio weiterzuverfolgen und wachsen zu lassen.

Online-Stunde. Foto: Agnes Balawejder-Busch

Und dann kam die Pandemie

Bisher konnte sie sich durch Online-Yoga noch über Wasser halten, aber jetzt ist Isabelle an ihre Grenzen gekommen. Mit einem Aufruf an ihre treuen Yogis, eine Isayoga-Patenschaft zu übernehmen, hofft sie jetzt, das Studio und ihren Herzenstraum durch diese Krise zu bringen und retten zu können.

Wenn du Isa auch unterstützen willst – mit jedem noch so kleinen Betrag -, hier findest du weitere Infos zum Studio, eine Mediathek mit Yoga-Videos und den Kursplan für Online-Yoga, an dem du von überall her teilnehmen kannst und die Patenschaften: www.isayoga.de

Mehr zum Thema Yoga unter dem Bild!

Ich habe Isa auch noch zum Thema Yoga befragt, da viele Ü50ies sich nicht (mehr) ran trauen. Hier sind ihre Tipps und Antworten.

Für wen ist Yoga?

Yoga kann wirklich jeder machen, egal ob du alt, jung, groß, klein, beweglich oder unbeweglich bist. Yogabücher, Zeitschriften, Posts im Netz zeigen uns oft spektakuläre Haltungen. Das kann schon mal abschreckend sein. Aber darum geht es nicht im Yoga. Wir sind alle ganz unterschiedlich, jeder Körper ist anders, jeder hat seine eigene Vergangenheit. Manche haben sich ihr Leben lang viel bewegt, manche kommen erst im Alter zur Bewegung, manche hatten Verletzungen. Daher gibt es auch keine „Einstufung“.

Ich habe Menschen erlebt, die kamen das erste Mal in eine Yogastunde, und ich dachte, sie hätten noch nie was anderes gemacht. Wieder andere haben überhaupt kein Körpergefühl und müssen erst lernen, sich und ihren Körper zu spüren. Und auch bei älteren Menschen habe ich bereits alles erlebt: einen 70-jährigern der im Handstand neben mir stand, und dann gibt es manche, die sich schon mit jungen Jahren kaum mehr bewegen können.

Warum Yoga?

Ich konnte meine Rückenschmerzen, die mich seit meiner Jugend begleitet haben, durch Yoga in den Griff bekommen. Und auch viele andere körperliche Beschwerden konnte ich „heilen“. Oftmals waren die Ärzte schon in den Startlöchern, mich zu operieren, aber ich habe abgewartet und weiter Yoga praktiziert. Oft war ich in meinen Bewegungen sehr eingeschränkt, vieles war gar nicht möglich. Aber mit viel Geduld ist alles wieder „verschwunden“.

Unser Körper braucht Bewegung, und wenn wir uns regelmäßig bewegen, rosten wir auch nicht ein. Beim Yoga hast du Kräftigung und Dehnung zugleich, es gibt dir die Möglichkeit, anzukommen bei dir und für einen Moment alles andere ruhen zu lassen, wirklich im Moment im Hier und Jetzt zu leben, dich zu spüren mit allem was da ist. Yoga ist weit mehr als nur Körperhaltungen, es wirkt auf allen Ebenen.

Welches Yoga?

Oft kommt die Frage, „Welches Yoga ist nun gut für mich?“ Ich vergleiche Yoga gerne mit Musik. Es gibt so viele verschiedenen Musikrichtungen, und jeder hat seine eigenen Vorlieben. Wenn jemand keinen Jazz mag und mehr auf Rock, Pop, Klassik und Funk steht, bedeutet das ja nicht, dass er Musik im allgemeinen nicht mag. Er mag eben eine bestimmte Sparte nicht. Und genauso ist es im Yoga. Es gibt unglaubliche viele Richtungen, von ganz sanft bis hin zu anstrengendem schweißtreibenden Yoga. Und wie natürlich auch in der Musik, mag ich ja dann nicht alle Vertreter eines bestimmten Genres. Auch hier habe ich wieder einen Lieblingssänger. So muss man auch im Yoga den Lehrer finden, der zu einem passt, den man mag.

Wenn nun Menschen das erste Mal zu mir kommen, frage ich ein wenig nach den Hintergründen um rauszufinden, in welche Stunde ich sie schicken kann. Passiert die Anfrage telefonisch oder per Mail schicke, ich sie meist ins Soft Yoga, was immer perfekt für den Start ist. Falls diese Stunde zu soft und „langweilig“ ist, kann ich sie immer noch in einen anderen Kurs schicken. Yoga muss man einfach ausprobieren und spüren! Das ist wie mit einem neuen Essen. Ich kann demjenigen schon ungefähr beschreiben, wie es schmeckt, aber probieren muss er selber. Diese Erfahrung muss man einfach selber machen.

Yoga ist ein Geschenk an dich, du tust deinem Körper Gutes, dein Immunsystem wird gestärkt, kannst deine Batterien wieder aufladen. Ich freue mich auf dich! Wir sehen uns auf der Matte.

Mehr unter www.isayoga.de

Ursula Gaisa

1968 in Schwandorf geboren. Studium Anglistik und Germanistik. Seit 1994 beim ConBrio Verlag. Journalistin, Buchautorin und Herausgeberin von immerschick.de

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