Naturhotel Molin im Südtiroler Ahrntal mit neuem Gesicht

Nach vier Monaten Umbau ist das Naturhotel Molin in St. Johann im Südtiroler Ahrntal seit Juli wieder für Gäste geöffnet, und ich durfte es im Spätsommer besuchen. Neue Fassade, neue Suiten, neue Speiseräume und eine Panoramasauna treffen hier auf eine fast 50-jährige Familiengeschichte. Das Wichtigste vorab: ich wollte nicht mehr weg, noch tagelang habe ich mich zurückgesehnt an diesen wunderbaren Ort. Das Ahrntal ist ein Nebenarm des Pustertals und über den Brenner zu erreichen.*



Schon oft bin ich vor sogenannten traditionellen Hotels im Alpenraum gestanden und hatte überlegt, ob und wie man die oftmals etwas altmodischen Fassaden verändern könnte. Das Molin macht es vor: das Restyling der Fassade gehören zu den sichtbarsten Neuerungen, die ich persönlich sehr gelungen finde. Es wirkt modern und passt trotzdem immer noch hervorragend in die schöne Bergkulisse. Dazu kommen ein ganzjährig beheizter Swimmingpool mit Infinity-Blick und neue Wellnessangebote.
Für Hotelchef Markus Lechner ist der Umbau allerdings weit mehr als eine Modernisierung.
„Es soll von außen und von innen ruhig wirken.“
Damit beschreibt Lechner die Entwicklung des Hauses ziemlich treffend: In den vergangenen Jahren wurde immer wieder in Zimmer, Wellness und Ausstattung investiert. Die Außenfassade blieb dagegen lange unangetastet. Rund 25 Jahre lang, erzählt Lechner im Gespräch, habe man dort nicht mehr grundlegend investiert. Nun war der Zeitpunkt gekommen, das Haus auch nach außen sichtbar in die nächste Generation zu führen.



Bild Mitte/2: Hotelchef Markus Lechner. Foto: Molin
Vom Bauernhof zum Hotel
Die Geschichte des Molin reicht weit zurück. Bereits in den 1960er-Jahren beherbergten die Großmutter und die Eltern der heutigen Gastgeberfamilie erste Gäste auf dem damaligen Bauernhof. 1978 eröffnete Lechners Vater schließlich auf dem heutigen Hotelgrundstück das Hotel Gallhaus mit zunächst 40 Zimmern.
Heute führt Markus Lechner das Haus gemeinsam mit seiner Frau Daria. Auch seine Mutter, „die gute Seele vom Haus“, ist noch regelmäßig im Betrieb und kümmert sich vor allem um die Stammgäste, die von den Neuerungen übrigens auch angetan sind. Die nächste Generation steht ebenfalls schon in den Startlöchern: Die beiden Töchter Claudia und Anna interessieren sich für die Hotellerie, auch wenn noch offen ist, wohin sie ihr Weg später führen wird.

Warum aus Gallhaus das Molin wurde
Seit 2021 trägt das Hotel den Namen Molin. Der Wechsel vom traditionsreichen Namen Gallhaus war für die Familie auch durchaus ein Wagnis – insbesondere mit Blick auf die Stammgäste.
Der neue Name hat einen regionalen Ursprung: Das Hotel liegt in Mühlegg. Der italienische Name für Mühlegg lautet Costa Molini. Daraus entstand schließlich „Molin“. Der kurze, international leichter aussprechbare Name sollte zudem im Marketing besser funktionieren.
„Wir haben uns Molin benannt, weil es einfach kurz und knackig kling.“
Im Tal selbst, erzählt Lechner, sind die Familie und die Gäste aber oft bis heute „die Gallhaus-Leute“. Der alte Name ist also keineswegs verschwunden – er gehört vielmehr zur Geschichte des Hauses.



Vier Monate, die vieles verändert haben
Die Planungen für den umfangreichen Umbau reichen bis ins Jahr 2017 zurück. Nach Verzögerungen und der Pandemie konnte das Projekt schließlich 2026 umgesetzt werden.
Die Herausforderung bestand laut Lechner darin, moderne Architektur mit der regionalen Identität zu verbinden. Genau das zeigt sich auch im neuen Konzept: Die Suiten kombinieren natürliche Materialien mit zeitgemäßem Design, während die neue Architektur das Hotel insgesamt klarer und moderner erscheinen lässt.

Das Hallenbad. Foto: Molin/Flotion
Zimmerkonzept und leckeres Essen
Auf der Website präsentiert das Molin mehrere neue Zimmerkategorien. Dazu gehören etwa die rund 60 Quadratmeter große Vital SPA Suite mit Süd-Balkon, Whirlwanne und Infrarotsauna, die Panorama Suite mit rund 55 Quadratmetern oder die Forest Nest Suite mit Blick in die Berge, in der wir nächtigen durften. Ein geräumiges modernes Familienzimmer mit Balkon und herrlicher Aussicht.






Das Sofa kann man ausklappten und mit raffinierten Schiebetüren und Vorhängen kann das Zimmer in zwei abgeschlossene Bereiche abgetrennt werden, die dann beide sogar ein separates Waschbecken und jeweils einen eigenen Fernseher haben. Wichtig, wenn man als Familie unterwegs ist. Modern und clean ist die neue Einrichtung – mit toller begehbarer Dusche und viel Stauraum. Einzig Kaffeemaschine oder Wasserkocher haben mir gefehlt. Aber nicht lange, denn man kann sich im Frühstücks-/Buffetbereich auch schon ab 7 Uhr einen Koffeinkick holen.



Auch die Gastronomie wurde größtenteils neugestaltet. Der moderne Speise- und Buffetbereiche gehört ebenso zum Konzept wie ein kulinarisches Angebot mit regionalen Produkten aus dem Ahrntal, vom Nachbarhof oder aus dem eigenen Molin-Garten. Allen Gästen steht ein sogenannte ¾ Pension zur Verfügung – mit großzügigem Frühstücksbuffet, frische zubereiteten Eierspeisen, dem Nachmittagsbuffet mit wechselndem Angebot, Kaffee und leckeren Kuchen und dem 5-Gänge-Wahl-Menü am Abend, das sich mit einem Gala-Menü abwechselt. Gut für die Figur, dass man tagsüber viel schwimmen und wandern kann. 😉 Softdrinks, Kaffee und Tee sind den ganzen Tag über inkludiert!



Naturhotel – aber ohne erhobenen Zeigefinger
Und warum nennt sich das Haus nun eigentlich Naturhotel? Das Molin versteht sich ausdrücklich nicht als klassisches Biohotel und auch nicht als strikt definiertes Wellness-, Familien- oder Adults-only-Hotel.
Die Familie hat sich vielmehr lange gefragt, was wirklich zu ihr passt. Familien gehören ebenso zum Publikum wie Wellnessgäste, Genießer und Naturliebhaber. Kinder sind willkommen, gleichzeitig soll das Haus aber auch nicht ausschließlich als Familienhotel genutzt oder tituliert werden.
„Wir möchten offen sein für alle Gäste.“



Aus dieser Offenheit entwickelte sich schließlich die Idee des Naturhotels. Für Lechner bedeutet „Natur“ vor allem Bodenständigkeit, Regionalität und eine enge Verbindung zur Umgebung.
„Wir sind eigentlich natürlich, warum dann nicht ein Naturhotel?“
Dabei geht es auch nicht um Luxus um jeden Preis, sondern um Qualität, die selbstverständlich wirken soll. „Kein Luxus-Bling-Bling“ will Markus Lechner, das Molin soll natürlich, normal und bodenständig sein.
Das passt auch zur Umgebung: Das Ahrntal bietet mehr als 850 Kilometer Wanderwege und rund 80 bewirtschaftete Almen. Mehr als 80 Dreitausender liegen in der näheren Umgebung. Im Winter lockt die Skiworld Ahrntal mit 86 Pistenkilometern.



Ein Naturbadeteich mit Geschichte
Dass Wasser im Molin eine wichtige Rolle spielt, ist allerdings keine Hommage an den aktuellen Wellnessboom. Der Naturbadeteich entstand bereits Ende der 1990er-Jahre – zu einer Zeit, als der Vater von Markus Lechner das Hotel von ursprünglich 40 auf rund 70 Zimmer erweitert hatte.
Ein Hallenbad gab es damals noch nicht. Der Naturbadeteich war das erste Wasserangebot des Hauses und ist bis heute erhalten. Gespeist wird er kontinuierlich mit Wasser aus dem hauseigenen Tiefbrunnen. Dadurch bleibt die Temperatur ganzjährig bei etwa 16 Grad. Jeden Morgen haben wir das tolle Angebot genutzt und sind ein paar Runden drin geschwommen. Als Vorbereitung aufs Kaltbaden sozusagen.
„Der Naturbadeteich, das war eigentlich unser erstes Wasserangebot.“
Heute ist das Thema Wasserwelten weiter deutlich angewachsen: Zum 2.500 Quadratmeter großen Nature Spa gehören unter anderem der Indoorpool, ein Whirlpool, Saunen, Dampfbad und Aromabad. Neu hinzugekommen ist der ganzjährig beheizte Infinity-Pool im herrlichen Park.



Bild 2/Mitte: so sah die Fassade vorher aus!
Sauna mit Bergblick
Eine weitere Neuerung ist die Panoramasauna. Dort finden täglich Saunaaufgüsse statt, unter anderem mit Koch Werner, der so seine Leidenschaft fürs Schwitzen auslebt. Besonders beliebt sind diese laut Lechner bei deutschen, österreichischen und Schweizer Gästen schon seit vielen Jahren; inzwischen entdecken auch immer mehr italienische Gäste die Aufgusskultur für sich.
So funktioniert die neue Sauna als Bindeglied zwischen dem modernen Wellnessangebot und dem Naturgedanken des Hauses: drinnen schwitzen, draußen auf die Bergwelt schauen. Ich durfte übrigens auch eine wunderbare Rückenmassage genießen, die sehr gekonnt ausgeführt wurde. Das Angebote an Wellness-Behandlungen ist klein, aber fein.

Im Vordergrund die neue Sauna. Foto: Molin
Wandern im Ahrntal
Und wer das Hotel verlässt, findet direkt vor der Tür ein weitläufiges Wandergebiet. Eine der Empfehlungen von Markus Lechner führt im Herbst nach Weißenbach zur Göge Alm. Die kleine, idyllische Alm mit Kirche liegt rund acht Kilometer vom Hotel entfernt und ist besonders während der herbstlichen Färbung der Wälder reizvoll.



Ein weiterer Tipp ist der Talschluss bei Kasern. Von dort geht es weiter nach Heiliggeist – vorbei an Almen und Berglandschaft. Im Frühjahr lockt dort die Krokusblüte. Für die Familie Lechner ist dieser Teil des Ahrntals auch persönlich mit der eigenen Geschichte verbunden: Die Großmutter stammte von einem Bauernhof in St. Johann und verbrachte ihre Sommer auf einer Alm im Talschluss.



Für eine kleinere Tour direkt vom Hotel weg empfiehlt Lechner die Wanderung zur Bizat Hütte mit Kapelle über den Frankenberg Wasserfall. Der Weg führt über den sogenannten Hexensteig mit Holzfiguren. Die Wanderung lässt sich ganz ohne Auto starten und eignet sich auch für Familien. Uns hat der recht anstrengende Weg steiler durch den Wald sehr gefallen. Oben auf der Hütte gibt es leckere Getränke, Liegestühle und allerlei für Kinderbespaßung.
Das Molin bleibt ein Familienhotel
Trotz aller Neuerungen soll eines gleich bleiben: die persönliche Atmosphäre. Das Hotel verfügt heute über 63 Zimmer, darunter 47 Suiten, und verbindet modernes Design mit viel Holz und Stein.
Auch Hunde sind willkommen. Für Gäste, die ihren Vierbeiner nicht allein im Zimmer lassen möchten, gibt es sogar die Möglichkeit, den Hund zum Essen in die Gallhausstube mitzunehmen.
Fazit: Die Familie Lechner hat das Hotel modernisiert, ohne seine Offenheit für alle aufzugeben. Aus dem Gallhaus ist ein zeitgemäßes Naturhotel geworden – aber eines, das sich nicht über strenge Kategorien definiert.
Markus Lechner bringt es im Gespräch selbst auf den Punkt:
„Naturhotel bedeutet für uns auch Ehrlichkeit.“
Vielleicht ist genau das die eigentliche Idee hinter dem neuen Molin: nicht alles neu zu machen, sondern herauszuarbeiten, was schon immer da war – Familie, Natur, Wasser, Berge und die enge Verbindung zum Ahrntal. Nur die Fassade ist jetzt eine andere.
Ich lieb‘s und komme wieder. Anlässlich der Neueröffnung gibt es diesen Herbst im Molin keine Pause. Also los!
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*Pressereise in Kooperation mit AHM Kommunikation
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