Christina kocht: Pesto geht immer!

Ich schätze es sehr, dass ich mir aus essbaren Wildpflanzen ein leckeres Frühstück zubereiten kann. Und dazu sammle ich mir morgens einfach eine Handvoll frisches Grün für meinen Joghurt oder Rührei oder auch sehr gerne für ein Pesto.
Eine aus Südamerika eingewanderte Wildpflanze beginnt bei mir immer Ende Juni / Anfang Juli richtig gut zu gedeihen, und ich freue mich jedes Jahr, wenn ich ihre hübschen und außergewöhnlichen Blüten entdecke.
Franzosenkraut ist der deutsche Sammelname für verschiedene Arten der Gattung Galinsoga. Besonders häufig begegnen uns in Deutschland das Kleinblütige Franzosenkraut (Galinsoga parviflora) und das Behaarte Franzosenkraut (Galinsoga ciliata).
Beide gehören zur Familie der Korbblütler (Asteraceae).
Bei uns wachsen vor allem diese beiden Franzosenkraut-Arten, die sich auf den ersten Blick sehr ähnlich sehen. Wer sie einmal bewusst miteinander verglichen hat, kann sie gut unterscheiden.

Beide sind krautige, einjährige Pflanzen mit gegenständigen, gezähnten Blättern und kleinen Blütenköpfchen mit gelber Mitte und weißen Zungenblüten. Der Name verrät beim Behaarten Franzosenkraut bereits einen entscheidenden Hinweis: Es ist deutlich stärker behaart als das Kleinblütige Franzosenkraut.
Beim Kleinblütigen Franzosenkraut wirkt die Pflanze insgesamt meist etwas zarter. Die Behaarung ist zwar ebenfalls vorhanden, aber deutlich weniger auffällig.
Die jungen Blätter und zarten Triebspitzen schmecken mild, frisch und leicht würzig. Sie eignen sich roh für Salate und Pesto oder gegart als Wildgemüse. Auch die kleinen Blüten sind essbar und können beispielsweise als hübsche Dekoration verwendet werden.



Für mein Franzosenkraut-Pesto habe ich eine kleine Grundregel, die ich eigentlich bei jedem Wildkräuterpesto anwende:
Zitrone, mildes Olivenöl und etwas Süße sind Pflicht. Dazu kommen je nach Lust und Laune Gewürze wie Knoblauch, frisch gemahlener Pfeffer und Salz, und wer es scharf mag, nutzt etwas Chili.
Einsteiger nutzen eine gesunde Mischung aus einer für den Magen bekannten Zutat (Rucola, Avocado, Babyspinat) und maximal einer Handvoll Franzosenkraut.
Variante 1: Franzosenkraut-Pesto mit Haselnüssen auf Gurkennudeln
Das braucht man (für 2 Personen):
Für das Pesto:
- 1 Handvoll frisches Franzosenkraut
- 2 Handvoll Rucola
- 50 g geröstete Haselnüsse
- 1 kleine Knoblauchzehe
- 5 EL mildes Olivenöl
- 1–2 EL frisch gepresster Zitronensaft
- 1 TL Ahornsirup
- Salz
- frisch gemahlener Pfeffer
- etwas Chili, nach Geschmack
Außerdem:
- 1 große Salatgurke oder 3 kleine Gurken
- Franzosenkraut-Blüten zum Garnieren



Uns so geht’s:
Franzosenkraut und Rucola gründlich waschen und trocken schütteln. Zusammen mit den gerösteten Haselnüssen, Knoblauch, Olivenöl, Zitronensaft und Ahornsirup in einen Mixer geben und zu einem cremigen Pesto verarbeiten.
Mit Salz, frisch gemahlenem Pfeffer und etwas Chili abschmecken. Falls das Pesto zu fest ist, noch etwas Olivenöl ergänzen.
Die Gurke mit einem Spiralschneider zu feinen Gurkennudeln verarbeiten und auf zwei Teller verteilen. Das Pesto über die Gurkennudeln geben und mitkleinen Franzosenkraut-Blüten garnieren.
Tipp: Das Pesto ruhig etwas kräftiger abschmecken – die frischen Gurkennudeln bringen viel milde Frische mit und gleichen die Würze wunderbar aus.
Variante 2: Franzosenkraut-Pesto mit Kürbiskernen
Das braucht man (für 2 Personen):
- 1 Handvoll frisches Franzosenkraut
- 2 Handvoll Babyspinat
- 50 g Kürbiskerne, geröstet
- 1 kleine Knoblauchzehe
- 5 EL mildes Olivenöl
- 1–2 EL frisch gepresster Zitronensaft
- 1 TL Ahornsirup
- Salz
- frisch gemahlener Pfeffer
Und so geht’s:
Franzosenkraut und Babyspinat gründlich waschen und trocken schütteln. Die gerösteten Kürbiskerne zusammen mit den Blättern, Knoblauch, Olivenöl, Zitronensaft und Ahornsirup in einen Mixer geben und zu einem cremigen Pesto verarbeiten.
Mit Salz, frisch gemahlenem Pfeffer und etwas Chili abschmecken. Falls das Pesto zu fest ist, noch etwas Olivenöl dazugeben.
Schmeckt gut als Brotaufstrich oder zu Salat.


Variante 3: Cremiges Franzosenkraut-Avocado-Pesto
Das braucht man (für 2 Personen):
Für das Pesto:
- 1 Handvoll frisches Franzosenkraut
- 2 reife Avocado
- 1 kleine Knoblauchzehe
- 1–2 EL mildes Olivenöl – je nach gewünschter Konsistenz
- 1–2 EL frisch gepresster Zitronensaft
- 1 TL Ahornsirup
- Salz, frisch gemahlener Pfeffer
- etwas Chili nach Geschmack
So geht’s:
Franzosenkraut waschen und trocken schütteln. Die Avocados aus der Schale lösen und zusammen mit Knoblauch, Zitronensaft und Ahornsirup in einen Mixer geben.
Alles fein und cremig-sämig pürieren. Durch die Avocado wird das Pesto wunderbar cremig und kommt mit sehr wenig Olivenöl aus. Je nach Reife und Größe der Avocado kannst du das Öl sogar ganz weglassen.
Mit Salz, frisch gemahlenem Pfeffer und etwas Chili abschmecken.
Das cremige Pesto passt gut zu Süßkartoffeln.
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