Nachhaltige Labels: Puste die Blume und UMIWI

23. August 2026 | immer.dasleben, immer.schick

Kleine nachhaltige Labels und auch noch von Frauen gegründet, begeistern mich immer wieder. Zwei Neuentdeckungen habe ich für euch: UMIWI Schmuck aus Köln und Franka mit ihrem Taschen-Label Puste die Blume aus Mainz. Ich durfte beiden ein paar Fragen stellen.

Franka und Puste die Blume

Franka, die Gründerin von Puste die Blume wollte eigentlich schon als Jugendliche Modedesignerin werden und absolvierte deshalb zuerst eine Ausbildung zur Schneiderin gemacht.

„Später hat mich die Architektur fasziniert, sodass ich es studiert und meinen Master mit dem Schwerpunkt Bauen im Bestand abgeschlossen habe.“

Nach dem Studium kam Corona, und vieles lief anders als geplant. Statt direkt in den Beruf einzusteigen, hat Franka mit ihrer Familie ihr Haus fast komplett in Eigenleistung saniert.

„Dabei habe ich nochmal mehr gemerkt, wie erfüllend es ist, Dinge mit den eigenen Händen entstehen zu lassen. So führte mich mein Weg zurück zum Nähen – und schließlich zu Puste die Blume.“

Seit wann gibt es Puste die Blume und woher kommt der Name?

Puste die Blume gibt es seit sechs Jahren. Der Name entwickelte sich durch das Bild einer Pusteblume. Für mich steht sie für Leichtigkeit, Hoffnung und dafür, dass kleine Dinge eine große Wirkung haben können.

Genau dieses Gefühl wünsche ich mir auch für meine Produkte. Sie sollen Menschen über viele Jahre begleiten und dabei kleine Alltagsmomente besonders machen.

Warum hast du das Label gegründet?

Anfangs wollte ich einfach wieder kreativ arbeiten und etwas Eigenes schaffen. Doch schnell wurde daraus viel mehr.

Mich hat es beschäftigt, wie viele hochwertige Materialien weggeworfen werden, obwohl sie noch wunderschön und unglaublich langlebig sind. Gleichzeitig hatte ich den Wunsch, Dinge herzustellen, die nicht nach einer Saison wieder verschwinden.

Fotos Ursula mit der großen Moonbag/Shopper: Sigrid Klede

So entstand die Idee, Taschen aus hochwertigen Möbelstoff-Restbeständen zu nähen. Jede Tasche soll ein bewusster Wegbegleiter sein. Etwas, das man nicht nur benutzt, sondern gerne viele Jahre bei sich trägt.

Was gibt es alles bei dir?

Mein Schwerpunkt sind handgefertigte Taschen – von kleinen Bauchtaschen über Moonbags bis hin zu Beuteln. Daneben entstehen immer wieder kleinere Produkte aus den Stoff- und Färberesten. Aus den Stoffresten nähe ich Scrunchies. Mit den Färberesten koloriere ich Holzkugeln und fertige daraus Schlüsselanhänger und Sonnenfänger. Die Holzkugeln färbe ich mit Pflanzen, Zwiebelschalen, Avocados oder anderen Naturmaterialien.

Was sind deine Bestseller?

Am beliebtesten ist im Moment ganz klar die Moonbag. Viele Kundinnen erzählen mir, dass sie sie jeden Tag tragen – zur Arbeit, auf Reisen oder einfach im Alltag. Lange Zeit war es mein großes Bauchtaschemodell – die große Flotte, aber zur Zeit sind die Moonbags sehr beliebt.

Ich glaube, sie wird so gerne getragen, weil sie viel Platz bietet, sich angenehm an den Körper anschmiegt und gleichzeitig etwas Besonderes ist. Durch die Kombination aus Möbelstoff und natürlich gefärbtem Innenfutter gleicht keine Tasche der anderen.

Wo und wie werden die Taschen hergestellt, woher kommen die Stoffe?

Alle Taschen entstehen in meinem Atelier in Mainz. Vom ersten Entwurf über den Zuschnitt bis zum Nähen, Verpacken und Versenden mache ich alles selbst.

Für die Außenseite verwende ich hochwertige Möbelstoff-Restbestände aus der Polsterindustrie. Diese Stoffe wurden ursprünglich dafür entwickelt, viele Jahre auf Sofas und Sesseln zu überstehen. Genau deshalb eignen sie sich auch so gut für langlebige Taschen.

Für die Innenfutter verwende ich Naturstoffe, die ich von Hand mit Pflanzen, Hölzern oder Wurzeln färbe. Dadurch entstehen einzigartige Farbverläufe, die jede Tasche zu einem kleinen Unikat machen.

Warum sind dir Upcycling und Nachhaltigkeit so wichtig?

Für mich bedeutet Nachhaltigkeit, vorhandene Ressourcen wertzuschätzen und den Dingen wieder mehr Wert zu geben.

Es gibt bereits so viele wunderschöne Materialien. Warum also immer Neue herstellen, wenn bereits hochwertige Stoffe existieren, die sonst vielleicht entsorgt würden?

Ich wünsche mir Produkte, die viele Jahre genutzt werden. Wenn mir Kundinnen schreiben, dass sie ihre Tasche seit sechs Jahren täglich tragen, ist das für mich das schönste Kompliment.

„Genau darum geht es: weniger besitzen, dafür Dinge, die bleiben dürfen.“

Deine Pläne und Wünsche für die Zukunft?

Ich wünsche mir, dass Puste die Blume weiterwachsen darf, ohne seinen Charakter zu verlieren.

Ich möchte noch mehr Menschen zeigen, dass Nachhaltigkeit nicht nach Verzicht aussehen muss, sondern individuell, hochwertig und persönlich sein kann. Außerdem träume ich davon, mein Sortiment weiterzuentwickeln.

Und natürlich wünsche ich mir, dass noch viele weitere Wegbegleiter ihren Platz im Alltag ihrer Besitzer finden und sie viele Jahre begleiten.

pustedieblume.de

UMIWI und Dorothea

Gründerin Dorothea kommt ursprünglich aus Berlin und wohne jetzt in Köln. Sie ist Tochter eines Kapitäns und durch die ganze Welt gefahren.

„Ich war an vielen Orten, die man als Tourist wahrscheinlich nicht sieht. Das hat mich sehr geprägt!“

Studiert hat sie dann Internationales Management und sozikulturelle Studien. „Ein guter Mix, um mit der Welt zusammenzuarbeiten😊.“

Seit wann gibt es UMIWI, und woher kommt der Name?

Wir sind 15 geworden dieses Jahr. U – MI -WI steht für YOU ME AND WE/US – für alle eine gute Sache! Schöner Schmuck für dich (YOU), gute und faire Bezahlungen für die Produzent:innen und UMIWI (ME)und dementsprechend für UNS (WE) alle gut.

Warum hast du UMIWI gegründet?

Ich habe UMIWI vor 15 Jahren gegründet, mit dem Hintergedanken, die Welt damit ein bisschen gerechter zu gestalten. Wir arbeiten mit kleinen Familien und sozialen Organisationen, um faire Löhne und eigene Finanzquellen zu schaffen!

Ich habe lange in Thailand gelebt, und dort ist die Idee auch entstanden.

Im Süden von Thailand habe ich nach dem Tsunami für ein Hilfsprojekt gearbeitet und festgestellt, dass die ganzen Gelder immer von außen kommen und die Menschen im Projekt selber nichts beeinflussen konnten. Entweder kam Geld oder nicht – und die Abhängigkeit war sehr groß.

Wir schaffen jetzt mit UMIWI Arbeits- und auch Ausbildungsplätze.

Was gibt es alles bei euch?

In erster Linie gibt es bei uns Schmuck und Interieur aus natürlichen Materialien. Jedes Produkt ist ein Unikat und wird in Handarbeit gefertigt.

Was sind eure Bestseller?

Unser buntes Mangoholz, aber auch vor allem unser Schmuck aus recyceltem Silber und Messing. Hier die Creolen, Armspangen und Earcuffs.

Wo und wie werden die Schmuckstücke hergestellt?

Das Mangoholz und unsere GEOMÉTRICAS Kollektion sowie der Karen Schmuck kommen aus Thailand. Die Familie von Nawin Kitjaroonchai und sein Team fertigen die Mangoholzschmuckstücke in Chiang Mai.

Wut und sein Team fertigen die GEOMÉTRICAS Silber Kollektion. Und die Karen, eine kleine Bergbevölkerung im Norden von Thailand produzieren unsere Silberketten.

Unser Messing-Schmuck und der Schmuck aus recyceltem Silber kommen aus Mexiko, aus St. Miguel de Allende.

Fotos Ursula mit UMIWI Schmuck: Sigrid Klede

Cynthia Lopez und ihr Team, junge Frauen aus schwierigen Verhältnissen, fertigen die STRUCTURAL Collection aus recyceltem Silber und Messing.

In Indien, in Delhi entstehen unsere Schmuckstücke aus Glas sowie unser neues Interieur: Glasperlenketten, Armbänder und – ganz neu – Karaffen und Gläser auf koloriertem Glas.

Das Projekt heißt TARA, und es wird vor allem mit Menschen der untersten Kaste zusammengearbeitet, um eine faire und ordentliche Bezahlung sowie Arbeitsplätze zu ermöglichen.

Wenn Ihr Schmuck von www.umiwi.de kauft, tut Ihr also auch etwas Gutes. Ich liebe meine Mangoholz-Armreife. Sie sind leicht und einfach wunderschön oder?

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*Unterstützt durch Presse Muster

Ursula Gaisa

1968 in Schwandorf geboren. Studium Anglistik und Germanistik in Regensburg. Seit 1994 beim ConBrio Verlag. Journalistin, Buchautorin und Herausgeberin von immerschick.de - liebt Nachhaltigkeit, den Slow Lifestyle, Kunst und natürlich Musik. Chefin vom Dienst der neuen musikzeitung, Porträts für Politik & Kultur, die Zeitschrift des Deutschen Kulturrats. Gründungsmitglied der Bavarian Giants, HSP und neurodivergent...

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