Christina kocht: Rosen-Secco aus Duftrosen

Am Morgen war ich mit meinen Hunden im Park unterwegs, als mir zwei große Rosenblüten ins Auge fielen. Sie lagen achtlos auf dem Gehweg – vermutlich in einer überschwänglichen Laune von einem Strauch abgerissen und danach verloren…
Ich hob sie auf, roch und war verzaubert.
Der Duft war intensiv, warm und unglaublich vielschichtig.
Die beiden kamen mit nach Hause und ich stellte sie zunächst ins Wasser. Sie waren bereits weit geöffnet und es war für mein Empfinden einfach zu schade, dieses außergewöhnliche Aroma einfach verblühen zu lassen.

Ich überlegte, wie sich dieser Duft einfangen ließe. Zuerst kam mir Rosenwasser in den Sinn. Kurz darauf entstand eine andere Idee: Warum nicht einen natürlich fermentierten Rosen-Secco ansetzen? Ein Getränk, das den Duft der Blüten bewahrt und durch die Fermentation eine feine, prickelnde Lebendigkeit erhält.
So entstand dieser erste Versuch. Beim nächsten Mal werde ich zusätzlich ungewaschene Rosinen verwenden, um die natürliche Gärung noch etwas zu unterstützen und mehr Kohlensäure zu entwickeln.

Ein wichtiger Hinweis aus eigener Erfahrung: Stellt die Flaschen während der Gärung nicht einfach in die Küche. Am besten stehen sie in einer Schüssel und an einem leicht zu reinigenden Ort – idealerweise auf Fliesen. Durch den entstehenden Druck kann es passieren, dass es überschäumt.
Welche Rosensorte es genau war, weiß ich nicht. Nach einem Bildvergleich könnte es sich um die englische Duftrose The Prince von David Austin Roses gehandelt haben. Sicher ist nur: Die Blüten waren handtellergroß und verströmten ein außergewöhnlich intensives Aroma.



Für den Rosen-Secco eignen sich alle stark duftenden, ungespritzten Rosen. Verwendest du kleinere Blüten, beispielsweise von der Damaszenerrose oder der Kartoffelrose (Rosa rugosa), brauchst du entsprechend mehr davon. Als Faustregel gilt: Die Gärflasche (750 ml) sollte etwa bis zur Hälfte locker mit Rosenblütenblättern gefüllt sein. So entfaltet sich das Rosenaroma besonders schön.

Das braucht man:
- 2 große, intensiv duftende und dunkelrote Rosenblüten (nur die Blütenblätter)
- 750 ml Quellwasser
- 40 g Rohrzucker
- 1 EL Rosenwasser
- Etwas Zitronensaft
Optional: 5 ungewaschene Bio-Rosinen (für eine zuverlässigere natürliche Gärung)



Und so geht’s:
Alle Zutaten in einem sauberen Glasgefäß vermengen und mit einem Tuch abdecken.
Bei 20–25 Grad Celsius für 24 bis 72 Stunden stehen lassen. Ein- bis zweimal täglich vorsichtig umrühren.
Sobald kleine Bläschen aufsteigen und das Getränk angenehm blumig und leicht gärig duftet, die Rosenblätter und Rosinen abseihen.
Den Ansatz in eine Bügelflasche oder eine druckfeste PET-Flasche füllen und gut verschließen.
Weitere 1 bis 3 Tage bei Zimmertemperatur nachgären lassen.
Anschließend sofort in den Kühlschrank stellen und gut gekühlt genießen.



Tipp:
Du kannst zwei Varianten ausprobieren:
- 24 Stunden Gärung: besonders blumig und leicht süß.
- 48–72 Stunden Gärung: trockener, aromatischer und mit kräftigerem Prickeln.
Geschmack, Farbe und Kohlensäure verändern sich mit der Gärdauer.
Hinweis: Durch die natürliche Gärung entsteht eine geringe Menge Alkohol. Diese lässt sich bei Fermentation nicht vollständig vermeiden.
Eine Alternative für alle, die auf Alkohol ganz verzichten, wäre ein Rosensirup, der mit kohlensäurehaltigem Mineralwasser verdünnt wird.
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