Christina kocht: Rosen-Secco aus Duftrosen 

30. Juli 2026 | immer.lecker

Am Morgen war ich mit meinen Hunden im Park unterwegs, als mir zwei große Rosenblüten ins Auge fielen. Sie lagen achtlos auf dem Gehweg – vermutlich in einer überschwänglichen Laune von einem Strauch abgerissen und danach verloren…

Ich hob sie auf, roch und war verzaubert.

Der Duft war intensiv, warm und unglaublich vielschichtig.

Die beiden kamen mit nach Hause und ich stellte sie zunächst ins Wasser. Sie waren bereits weit geöffnet und es war für mein Empfinden einfach zu schade, dieses außergewöhnliche Aroma einfach verblühen zu lassen.

Ich überlegte, wie sich dieser Duft einfangen ließe. Zuerst kam mir Rosenwasser in den Sinn. Kurz darauf entstand eine andere Idee: Warum nicht einen natürlich fermentierten Rosen-Secco ansetzen? Ein Getränk, das den Duft der Blüten bewahrt und durch die Fermentation eine feine, prickelnde Lebendigkeit erhält.

So entstand dieser erste Versuch. Beim nächsten Mal werde ich zusätzlich ungewaschene Rosinen verwenden, um die natürliche Gärung noch etwas zu unterstützen und mehr Kohlensäure zu entwickeln.

Ein wichtiger Hinweis aus eigener Erfahrung: Stellt die Flaschen während der Gärung nicht einfach in die Küche. Am besten stehen sie in einer Schüssel und an einem leicht zu reinigenden Ort – idealerweise auf Fliesen. Durch den entstehenden Druck kann es passieren, dass es überschäumt. 

Welche Rosensorte es genau war, weiß ich nicht. Nach einem Bildvergleich könnte es sich um die englische Duftrose The Prince von David Austin Roses gehandelt haben. Sicher ist nur: Die Blüten waren handtellergroß und verströmten ein außergewöhnlich intensives Aroma.

Für den Rosen-Secco eignen sich alle stark duftenden, ungespritzten Rosen. Verwendest du kleinere Blüten, beispielsweise von der Damaszenerrose oder der Kartoffelrose (Rosa rugosa), brauchst du entsprechend mehr davon. Als Faustregel gilt: Die Gärflasche (750 ml) sollte etwa bis zur Hälfte locker mit Rosenblütenblättern gefüllt sein. So entfaltet sich das Rosenaroma besonders schön.

Das braucht man:

  • 2 große, intensiv duftende und dunkelrote Rosenblüten (nur die Blütenblätter)
  • 750 ml Quellwasser
  • 40 g Rohrzucker
  • 1 EL Rosenwasser
  • Etwas Zitronensaft

Optional: 5 ungewaschene Bio-Rosinen (für eine zuverlässigere natürliche Gärung)

Und so geht’s:

Alle Zutaten in einem sauberen Glasgefäß vermengen und mit einem Tuch abdecken.

Bei 20–25 Grad Celsius für 24 bis 72 Stunden stehen lassen. Ein- bis zweimal täglich vorsichtig umrühren.

Sobald kleine Bläschen aufsteigen und das Getränk angenehm blumig und leicht gärig duftet, die Rosenblätter und Rosinen abseihen.

Den Ansatz in eine Bügelflasche oder eine druckfeste PET-Flasche füllen und gut verschließen.

Weitere 1 bis 3 Tage bei Zimmertemperatur nachgären lassen.

Anschließend sofort in den Kühlschrank stellen und gut gekühlt genießen.

Tipp:

Du kannst zwei Varianten ausprobieren:

  • 24 Stunden Gärung: besonders blumig und leicht süß.
  • 48–72 Stunden Gärung: trockener, aromatischer und mit kräftigerem Prickeln.

Geschmack, Farbe und Kohlensäure verändern sich mit der Gärdauer.

Hinweis: Durch die natürliche Gärung entsteht eine geringe Menge Alkohol. Diese lässt sich bei Fermentation nicht vollständig vermeiden.

Eine Alternative für alle, die auf Alkohol ganz verzichten, wäre ein Rosensirup, der mit kohlensäurehaltigem Mineralwasser verdünnt wird.

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Christina Gordon

Christina Gordon, Jahrgang 1973, ist ausgebildete Fotografin und Mutter zweier erwachsener Töchter. Nach einer Jahresausbildung zum Coach für essbare Wildpflanzen 2022 hat sie sich ein Jahr später mit 50 Jahren selbstständig gemacht. Mit wyldfremd möchte Christina einen Raum schaffen, in dem Menschen wieder lernen, die Signale ihres Körpers zu hören und sich an das zu erinnern, was sie wirklich nährt. In ihrer Arbeit verbindet sie natürliche Wahrnehmung, logisches Nährstoffwissen und bietet eine klare, praktische Begleitung für Menschen, die sich Veränderung der persönlichen Situation in Bezug auf Ernährung und Vitalität wünschen. Es geht darum, nicht länger wyldfremd im eigenen Leben zu stehen, sondern wieder heimisch zu werden – im eigenen Körper und in der Natur. In ihren Rezepten findet sich immer eine wilde Zutat. Und selbst wenn du bisher keine Wildpflanzenkenner/in bist, wirst du es lieben – weil dein Körper den Unterschied spüren wird.

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