Kino-Tipp: VIVA LA VIDA – So klingt das Leben

Mit VIVA LA VIDA – So klingt das Leben kehrt Regisseur Daniel Sánchez Arévalo („dunkelblaufastschwarz“) auf die Kinoleinwand zurück und erzählt eine berührende Tragikomödie über Trauer, Zusammenhalt und die heilende Kraft der Musik. Ausgangspunkt ist ein tragisches Schiffsunglück vor der galizischen Küste, bei dem zwölf Fischer ums Leben gekommen sind. Zwei Jahre später leidet das Dorf A Guarda noch immer unter den Folgen des Verlusts.

Um die Gemeinschaft wieder zusammenzubringen, beschließen Luis (Javier Gutiérrez), der beste Freund eines Verunglückten, und Carmen (María Vázquez), dessen Witwe, die traditionsreiche Rondalla des Ortes wiederzubeleben. Die typisch galizischen Musikensembles mit Dudelsäcken, Zupfinstrumenten, Percussion, Tamburinen und Fahnenträgern sind bis heute ein wichtiger und identitätsstiftender Teil der regionalen spanischen Kultur. Beim gemeinsamen Proben am Hafen finden die Dorfbewohner:innen nach und nach zurück ins Leben – und bereiten sich schließlich auf einen großen Rondalla-Wettbewerb vor.

Regisseur Daniel Sánchez Arévalo (re.) mit Hauptdarsteller Javier Gutiérrez. Alle Fotos: Mr. Fields & Friends Cinema S.L./Bambu 2025
Eigenwillige Figuren
Arévalo verbindet dabei trockenen Humor mit tragisch-traurigen Momenten sowie Erinnerungen und bevölkert seinen Film mit liebenswerten, eigenwilligen Figuren. Besonders der immer leicht angetrunkene Fischer Yayo, der bei dem Unglück ein Bein verloren hat, sorgt mit seinen lakonischen Sprüchen für viele hübsche Szenen, ohne dass der Film seine emotionale Ehrlichkeit verliert. Immer wieder zeigt sich: Gemeinschaft entsteht nicht durch große Gesten, sondern durch das gemeinsame Erleben. Gut finde ich auch, dass echte Menschen mit Falten, schlechtes Wetter und miese Launen ungeschönt gezeigt werden – keine Hollywood-Schönheiten und -Charaktere.

Zwar erzählt der Film etwas zu viele Nebenhandlungen – von Geldsorgen über Generationenkonflikte bis hin zu einem Krimi um die Ursache des Schiffsunglücks –, doch eine große Stärke liegt in den musikalischen Sequenzen. Die energiegeladenen Proben und das furiose Finale zeigen eindrucksvoll, welche Kraft in den Rondallas steckt und wie Musik Menschen, beziehungsweise eine Dorfgemeinschaft, wieder miteinander verbindet.

Viva La Vida
Besonders gelungen ist der Schluss: Der titelgebende Coldplay-Song „Viva La Vida“ wird zum lauten, farbenfrohen mitreißenden Höhepunkt des Films. Er ist nämlich das gemeinsame Lieblingslied der Tochter eines beim Unglück verstorbenen Fischers, die inzwischen die Rondalla dirigiert. Andrea hat ihn in letzter Minute für den Wettbewerb ausgesucht. So verbindet der Film Tradition und Gegenwart, Erinnerung und Neuanfang.

VIVA LA VIDA – So klingt das Leben ist ein warmherziger Ensemblefilm, der daran erinnert, dass Trauer leichter zu tragen ist, wenn Menschen zusammenkommen und darüber sprechen. Mit spanischem Sommerflair, viel Musik und einer großen Portion Menschlichkeit ist er ein ebenso unterhaltsames wie berührendes Feel-Good-Movie mit Tiefgang.
Kinostart in Deutschland: 16. Juli
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