Sonntags-Kolumne: Fasten und HSP

Diese Zeilen schreibe ich an einem eiskalten Januartag mit Schnee, gefrierendem Regen und viel Grau. Und ich habe gestern Abend wieder mal eine Fastenkur abgebrochen. Ich schaff das gerade nicht. Ich brauche Trost, ich brauche Essen, ein alkoholfreies Bier, ein kleines Stückchen bittere Schokolade am Abend. (Titelbild Tom Rohlfs)
Mir ist kalt, meine Kopfhaut juckt, ich hadere gerade mit allem. Kurz gesagt: ich bin so was von wintermüde.
Und warum wollte ich mal wieder fasten? Klar, ich nehme im Winter immer zwei, drei Kilos zu. Trotz gesundem Essen, trotz Kraftsport, den ich gerade ganz regelmäßig betreibe. Ich bewege mich einfach viel weniger als in der warmen Jahreszeit, fahre nicht mit dem Fahrrad zur Arbeit, gehe wenig spazieren, nicht zum Wandern. Das rächt sich. Könnte man einfach aussitzen oder? Aber ich will halt einfach, seit ich 15 bin und mein Papa mal nach einem Italienurlaub bemerkte, dass ich runder geworden war, abnehmen.






Schon als Baby und Kleinkind war ich ein guter Futterverwerter oder? Aber dann schick in Strick mit meinem geliebten Papa…
Grotesk irgendwie oder? Denn damals war ich superschlank, hübsch und hatte jede Menge Verehrer. Kaum mindestes 12 Kilos schwerer und 43 Jahre später bin ich immer noch unzufrieden. Unzählige Diäten und Ernährungsumstellungen habe ich ausprobiert: mit 16 Steaks und Salat ohne Dressing, letztes oder war es schon vorletztes Jahr (?) einen 21-Tage Body:Reset, der gut funktionierte, leider nicht auf Dauer…
Mal einfach gar nichts essen…
Schnell sollte es auch gehen, da ich ja eigentlich wahnsinnig gerne esse. Also habe ich auch immer wieder Heilfasten probiert.
Auch weil immer so viele regelrecht geschwärmt haben über die Erfahrung, ein paar Tage gar nichts zu essen. Irgendwann würde man regelrecht high davon. Kurz gesagt und um es vorweg zu nehmen: Diesen Zustand habe ich nie erreicht. Ich halluzinierte von Essen, ich fühlte mich schrecklich. Schwach, genervt.
Nachdem ich dann Olivias Erfahrungsberichte zum Thema Fasten in extra Einrichtungen gelesen hatte, vermutete ich, dass es einfach allein zu Hause und beim Arbeiten nicht funktionierten würde. Ich bekam die Gelegenheit, es in einem schönen Hotel unter medizinischer Aufsicht ausprobieren zu dürfen (Bericht hier), aber… Ich fühlte mich auch dort wie ein beleidigtes Kind, das nichts oder zu wenig zum Essen bekommt. Fast habe ich die Kellnerinnen beschimpft. Gott sei Dank nur fast.



Sogar aber dann ins Ballett geschafft, Bild 2/Mitte: im türkisen Bikini und blond – mit der großen Italien-Liebe Daniele 1984
Naja, davon habe ich im Nachgang etwas auf Instagram angedeutet, und Annette @schaali66 schenkte mir eine kleine Erleuchtung: Wir Hochsensiblen würden einfach nicht fasten können, weil wir das als Strafe empfinden, zu empfindlich sind und dagegen rebellieren. Genau so ist es, meine Lieben. Danke, Annette.
Oder endlich einfach zufrieden?
Letztendlich ist eines meiner Ziele dieses Jahr, dass ich mich vielleicht einfach mit meinem Gewicht, wie es jetzt ist, anfreunde – oder eine der Methode ausprobiere, die Frauen aus meiner Community demnächst hier vorstellen werden. Denn richtig wohl fühle ich mich mit meinem Fettanteil und dem Bauch auch nicht wirklich. Es ist und bleibt einfach ein Thema. Leider.
Wir sind eben mit Vorbildern wie den 1980er-Jahre-Supermodels oder andere gertenschlanken Mädels in der Carina groß geworden. Und auch jetzt denke ich oft, dass nur die ganz Dünnen richtig Erfolg als Influencer:innen haben können, was ja auch wieder Blödsinn ist.
Oder was denkt ihr darüber? Seid ihr endlich zufrieden mit eurem Gewicht?
Eure Ursula
Zu Olivias Artikel zur Nährstofftherapie
Zu Olivias Artikel zum Thema Sport
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Guten Morgen liebe Ursula, Danke für den Beitrag. Mir geht es wie Dir: hab auch immer das Gefühl schlanker sein zu müssen und natürlich schon einiges probiert. Gerade geht es eigentlich, hab letztes Jahr 8 Kilo runter, warum genau weiß ich nicht … könnte das Fahrradfahren sein und regelmäßig Sport. Was ich schon Jahre mache, ist das Teilfasten. Ich lasse das Frühstück aus. Das klappt ganz gut. Viele Grüße Trina
Liebe Trina, acht Kilo, wow! Das ist doch der Wahnsinn. Ich kämpfe echt gerade mit jedem Pfund. Aber im Sommer geht es leichter. Ich vermisse das Gefühl der Leichtigkeit… Danke fürs Lesen! Ursula
Herzlichen Dank meine Liebe..ich freue mich riesig dass ich dir dabei helfen konnte…ich muss sagen das beruht auf Gegenseitigkeit.. erst als Du davon berichtet hast habe ich mich mehr damit beschäftigt und herausgefunden dass ich hochsensibel bin… davor war dafür nicht so viel Zeit mich damit zu beschäftigen…. jetzt weiß ich es seit ein paar Jahren und lerne mich immer besser kennen….
Ich finde es toll dass du dich so akzeptieren willst..du bist toll wuuundervoll.. genau so
Hach, vielen Dank, liebe Annette. Ich hoffe sehr, dass ich es endlich schaffe. Danke fürs Lesen und für alles! Ursula
Lustig, ich habe einige Jahre für die Carina in Offenburg beim Burda Verlag gearbeitet. Liebe Grüße, Tina
Liebe Tina, das ist wirklich lustig. Carina war sozusagen meine Bibel. Hat mich aber auch etwas zu sehr geprägt 😉 Ganz herzliche Grüße Ursula