Sonntags-Kolumne: 50 Fragen, die das Leben leichter machen

Keine Angst, ich werde hier nicht gleich 50 Fragen beantworten, das geht kürzer. Aber das Buch (Affiliate Link) von Spiegel-Bestseller-Autorin Karin Kuschik (Ullstein) liegt schon so lange auf meinem Stapel, dass ich dachte, das ist zum Jahresschluss eine gute Sache.
Statt eines Rückblicks sozusagen, lieber in der Gegenwart bleiben und reflektieren. Karin Kuschiks Laufbahn ist wie meine von Vielseitigkeit geprägt. Sie war Radiomoderatorin, Song-Texterin und Keynote Speakerin. „All das führte sie zu ihrer wahren Passion: dem Performance Coaching“. Beispiele daraus bilden den Grundstock des Buchs. Und natürlich Fragen, denn:
„Diese Fragen öffnen Räume, wo vorher nicht mal Türen waren. Fragen haben Superkräfte. Sie verbinden uns sofort mit anderen.“
Der Untertitel lautet übrigens „Wie durch kluge Selbstführung ganz nebenbei Klarheit entsteht“. Das brauche ich. Und habe jetzt das Buch einfach dreimal aufgeschlagen.



Frage 1*: Wenn Ihr Leben einen höheren Sinn hätte, welcher wäre das?
Kuschik macht zwei Angebote: Man kann die Reise nach dem Sinn entweder aus der Leere oder aus der Fülle heraus starten. Aus der Leere betrachtet soll diese Frage weiterbringen: „Welche Qualität möchte ich noch ausbauen auf meiner Reise namens Leben? Geduld vielleicht oder Demut? Verständnis, Einsicht, Mut, Stärke?“
Geduld, beziehungsweise Gelassenheit sind immer ein Thema bei mir, ich übe praktisch täglich. Ich will immer alles schnell erledigen, „schnell weg haben“. Manches entwickelt sich aber leise, verändert sich immer wieder. Auch ganz schnell und unerwartet. So viele Sorgen oder Pläne erübrigen sich oft einfach. Mutig sein, Stärke zeigen, auch Konflikte aushalten, das sind ebenfalls Baustellen. Das geht auch besser als früher. Natürlich ist Harmonie oder nachgeben immer einfacher, leichter. Aber für sich und seine Rechte einstehen, ist wichtig.
„Oder Sie gehen mit einer Portion Pragmatismus auf Sinnsuche. Dann richten Sie den Blick auf das, was schon da ist, und starten aus der Fülle. Die Frage heißt dann. Was bringe ich eigentlich mit in diesem Leben? Was sind meine Stärken, meine Talente, und was ist meine Kraft?“



Einfacher zu beantworten: Ich versuche hier auf dem Blogzine zu vermitteln, Sachen bekannt zu machen, von denen ich denke, dass sie anders als der Mainstream sind. Nachhaltig im weitesten Sinne. Unser Leben etwas besser und schöner machen. Ich will Geschichten erzählen und meine Begeisterung teilen. Mich mitteilen. Ich glaube, das mache ich gut. 2025 habe ich 17 schöne Orte besucht und um die 70 Blogartikel verfasst. Nicht schlecht oder? Stolz auf sich sein, muss auch…
Frage 2**: Wann habe ich zum letzten Mal etwas zum ersten Mal getan?
Tolle Frage, bringt mich auch zu einem Buchvorhaben namens „Geht das noch?“ Ich würde gerne noch Kraulen, ein Kopfsprung und Klettern lernen. Ich habe aber mit dem Eisbaden angefangen und ziehe es durch. Ich habe einen ganzen Herbst lang keine neuen Klamotten gekauft, war zum ersten Mal in Portugal, und habe einen neuen Job in einem Geschenkeladen. Ich trinke als erstes nicht mehr Kaffee morgens auf nüchternen Magen, sondern zelebriere die Zubereitung eines Matchas. Hat mich erst genervt, jetzt gefällt es mir.
Ich gehe in Kurse im Fitness-Studio, die eigentlich zu schwer sind, aber ich probiere es aus. Jetzt gebe ich die Frage an euch weiter!



Frage 3***: Kann es sein, dass Sie eigentlich etwas anderes sagen wollten?
Uh lala, das wird sehr persönlich. Irgendwie geht es hier eigentlich auch um Diplomatie, um „Mit der Tür ins Haus fallen“, oder?
Kuschik sieht oder meint es etwas anders: „Eine Frage, die enorm hilfreich ist, wenn dieses mulmige Gefühl in Ihnen aufzieht, das ganz klar unklar ist und Ihnen von innen zuraunt: »Da stimmt doch etwas nicht!« Kaum stand diese Kapitelfrage fest, zog sie wie ein Magnet schon andere an. Ich habe mich also für mehr Formulierungen als sonst entschieden. Jeder spricht ja auch anders, jede traut sich was anderes zu. Nur eins ist bei den meisten Menschen gleich: Bei einem diffusen »Irgendwas-stimmt-nicht«-Gefühl fehlen uns Indizien – und daher auch die Worte. Uns fällt einfach nichts ein.“
Die Wahrheit, nichts als die Wahrheit
Ein bisschen geht es um Lüge und Wahrheit, weil es oft einfach bequemer ist, etwas zu beschönigen, als mit der echten Meinung oder dem wirklichen Problem verbal rauszurücken. Das ist seine sehr gute Frage, wenn wir das Gefühl haben, dass es eigentlich um etwas ganz anderes geht. Ehrlichkeit ist oft mühsam, verlangt Mut. Viele verstecken sich hinter Floskeln oder am allerschlimmsten: sie ghosten dich einfach. Das heißt, in der Social Media Welt blockieren sie dich, antworten nicht mehr auf Mails. Du bist für sie gestorben und sie verraten dir nicht mal den wahren Grund.
Ist mir passiert. Finde ich, gelinde gesagt, unhöflich und unter aller Kanone. Jawoll ja. ABER – ich frage trotzdem zurück, wenn es irgendwie geht. Wenn nicht, hilft nur abhaken.
Insgesamt war es ein gutes Jahr. Ich bin gesund, ich entwickle mich weiter. Ich probiere Neues aus. Und ich wünsche euch viel Spaß mit der Beantwortung der Fragen. Auch die anderen 47 sind interessant.
Alles Liebe
Ursula
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*Im Buch Frage 18
** Im Buch Frage 38
*** Im Buch Frage 42
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