Boustany von Sami Tamimi – ein Kochbuch, ein Rezept

Der in London lebende palästinensische Koch, Autor und Restaurantbesitzer Sami Tamimi wurde vor allem oder zuerst durch seine Zusammenarbeit mit Yotam Ottolenghi einem größeren Publikum bekannt. Aber er kann das auch allein, was sein neues Werk „Boustany“, erschienen im DK Verlag, eindrücklich zeigt.
Tamimi nimmt uns mit in eine Küche, die Geschichten, Aromen und Erinnerungen verbindet. Sein neues Kochbuch mit dem Untertitel „Vegane und vegetarische Rezepte aus Palästina“ lädt uns dazu ein, Familienrezepte aus dem Nahen Osten auf eine frische, zugängliche Weise zu erleben. Tamimi verbindet authentische Tradition mit zeitgenössischer Küche und Rezepten, ohne dabei den Respekt vor ihrer Herkunft zu verlieren. Was mir sehr gut gefällt ist, dass vieles sehr einfach gehalten ist und wenige Zutaten braucht. Boustany bedeutet im Arabischen übrigens „Mein Garten“.*



„Kochen ist kein Wettbewerb, sondern eine Erzählung, die man teilt.“
Das Buch überzeugt außerdem durch klare, gut nachvollziehbare Anleitungen, persönliche Anekdoten und eine sorgfältige Auswahl an Zutaten, die sowohl im Alltag als auch bei festlicheren Gelegenheiten funktionieren. Jede Seite erzählt eine Geschichte – von Kindheitserinnerungen am Herd über besuchte Märkte bis hin zu Gesprächen mit Familienmitgliedern und Freunden, die das Kochen zum sozialen Ritual machen.



„Boustany“ zeigt außerdem, wie Tradition lebendig bleibt, wenn man sie mit Neugier, Offenheit und einer Prise Experimentierfreude neu interpretiert. Die Rezepte sind wie gesagt oft überschaubar in der Ausführung, aber reich an Geschmack, Textur und Kontrasten – würzig, frisch, aromatisch. Gleichzeitig legt Tamimi Wert auf zugängliche Techniken, sodass sowohl Anfänger als auch fortgeschrittene Köchinnen und Köche Freude am Nachkochen haben.
„Tradition lebt, wenn wir neugierig bleiben und bereit sind, neue Wege mit dem Alten zu verweben.“



Besonders spannend sind die Kapitel, die regionale Variationen beleuchten und die Verbindung zwischen Alltagsküche und Festtagsgerichten herstellen. Boustany wird so zu einem kulinarischen Reiseführer durch Kultur, Sharing und Wohlbefinden: Ein Buch, das das gemeinschaftliche Erlebnis des Essens feiert, zum Nachkochen inspiriert und Lust auf gutes gesundes Essen macht.
„Geschmack erinnert uns daran, wo wir herkommen, während wir gemeinsam neue Wege gehen.“
Das folgende Rezept „Gerösteter Blumenkohl mit Kichererbsen und Kurkuma-Zitronenjoghurt“ ist ein Beispiel, das genau das zeigt: einfach, schnell zuzubereiten und doch raffiniert in den Aromen und Konsistenzen. Den Joghurt kann man für Vegane weglassen und stattdessen eine Tahini-Sauce reichen, die auch im Kochbuch beschrieben wird.





Gerösteter Blumenkohl mit Kichererbsen und Kurkuma-Zitronenjoghurt
Das braucht man:
(für 4. P. als Beilage oder Vorspeise)
- 1 kleiner Blumenkohl (à 800g), in 3 cm große Röschen zerteilt, plus einige zarte Blätter
- 1 Dose Kichererbsen (400 g), abgebraust und abgetropft
- 4 Knoblauchzehen, geschält
- 3 EL Olivenöl
- 1 ½ TL gemahlener Kurkuma
- ¾ TL Paprikapulver geräuchert
- ½ TL Aleppo-Chiliflocken (Pul Biber oder andere milde Chiliflocken)
- Salz 200 g dicker Joghurt oder Labneh
- 1 TL Bio-Zitronenabrieb
- 1 EL Zitronensaft
- 5 g frische Minze, grob gehackt
- 5g Koriandergrün, grob gehackt
- Zum Servieren Zitronenspalten



So geht’s:
Den Backofen auf 180 °C Umluft vorheizen und ein großes Backblech mit Backpapier auslegen.
Den Blumenkohl (Röschen und Blätter) mit den Kichererbsen in eine große Schüssel füllen. Die Knoblauchzehen im Ganzen mit 2 EL Olivenöl, Gewürzen und 1/2 TL Salz hinzufügen. Alles gründlich vermengen.
Das Gemüse auf dem vorbereiteten Blech verteilen und im Ofen 30 Minuten rösten, bis der Blumenkohl goldbraun ist. Nach der Hälfte der Zeit wenden. Aus dem Ofen nehmen und 20 Minuten abkühlen lassen. (oder warm essen!)
Inzwischen für die Joghurtsauce den Joghurt oder Labneh in eine Schüssel mit Zitronenabrieb sowie -saft und 1/2 TL Salz verrühren. Die Mischung auf einem großen, flachen Servierteller verstreichen und den Blumenkohl-Kichererbsen-Mix darauf anrichten.
Restliches Olivenöl (1 EL) über das Gemüse träufeln, alles mit Kräutern bestreuen.
Mit den Zitronenspalten dazu servieren.



Das war auch sehr gut: geröstete Kichererbsen auf einer grünen Tahinisauce
Weitere leckere Gemüse-Rezepte in einem alphabetischen Register findest du hier.
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