Sonntags-Kolumne: Klopapier-Rollen-Halter

Gerade eben hätte ich es fast wieder getan. Auf dem Klo im Büro. Was? Ja, was… Das letzte Blatt Klopapier benutzt und die leere Papprolle am Halter einfach drangelassen. Ohne eine neue Rolle einzulegen. Ist auch ein extrem alter komplizierter Klopapier-Rollen-Halter. So mit zwei Knöpfen, die man aus- und wieder einfädeln muss. Dann kann es auch noch passieren, dass man neue Rollen aus der Abstellkammer nebenan HOLEN muss.
Nur damit der nächste alles so vorfindet wie ich. Mmmh.
Banal? Okay, es kann ja in dieser Sonntags-Kolumne zur Abwechslung ja auch mal vielleicht etwas banal sein, nachdem ich letzter Zeit so ernste Themen wie das Altern oder die Suche nach der Stille behandelt oder?



Und meist geht es im alltäglichen Leben ja auch um extrem banale Probleme.
Unsere ehemalige Buchhalterin hat deswegen – also wegen des Klopapier-Rollen-Halter-Nachfüllens – einen Zettel neben den Spiegel im selben Klo gehängt. Ist das nicht ein schönes Wort? Klopapier-Rollen-Halter-Nachfüllen, ich liebe die deutsche Sprache, das kann keine KI 😉
Ja, also, der Zettel… Seht selbst. Aber warum macht man das nun nicht? Warum sind solche kleinen „Arbeiten“ so extrem lästig? Man denkt ja in seinem faulen Gehirn vielleicht einfach: „Der Nächste wird es dann schon machen, denn der braucht ja eigentlich das Klopapier erst wieder. Ich brauch ja gerade keins mehr. Ich habe extra weniger als normal verwendet. (Aber jetzt wird es eklig, sorry.)“ Aus.



So ist der Mensch
Ein zweites Beispiel sind Eiswürfelbehälter für den Tiefkühler. Bei Menschen, die keinen Zweimeter-Kühlschrank mit Eiswürfelmaschine besitzen. Man nimmt sich den vorletzten Eiswürfel und denkt, der Nächste wird schon wieder mit Wasser auffüllen.
Ist ja auch lästig. Wasserhahn an, Wasser rein in die verschiedenen Vierecke, dann wieder zur zum Kühlschrank, beziehungsweise Tiefkühler tragen, transportieren. Das Wasser schwappt über. Es ist echt furchtbar lästig einfach. Und ich hab ja Eiswürfel in meinem Getränk. Ist mir doch egal, was der Nächste…



Jeder ist sich eben selbst der Nächste. Der Schweinehund lauert überall. Und Rücksichtnahme ist ja im Moment sowieso extrem unmodern. Aber jetzt werde ich schon wieder ernst und politisch und fange vielleicht wieder an, von Demokratie zu faseln. Schnell weg, weiter, bevor der nächste merkt, dass ich das war mit dem Nichtnachfüllen.
Es ist übrigens total egal, ob der Klopapier-Rollen-Halter moderner ist und man eigentlich nur mit einem Griff die Papprolle ab und die nächste Rolle ranschieben muss. Und was macht man eigentlich mit der leeren Rolle jetzt?
Früher hat man damit wunderbare Sachen damit gebastelt. Im Kindergarten und in der Schule. Oder man hat Mützen für Klopapier gehäkelt. Good old times eben.
Wechselst du? Ja oder nein? Gib es zu! Schönen goldenen Oktober!
Eure Ursula
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