Vorbilder: Kunstpartner Adlmannstein – Wilma und Ingo

Wilma Rapf-Karikari und Ingo Kübler kenne ich schon ewig. Zum einen über das Regensburger Uni-Theater, in dem ich vor Jahrzehnten aktiv war, zum anderen über die Druckerei Kartenhaus Kollektiv, die sie maßgeblich mitgeprägt haben. Seit Anfang der 1990er-Jahre wohnen und leben sie zusammen mit anderen WG-Genoss:innen in einer ehemaligen Gastwirtschaft in Adlmannstein nahe Bernhardswald, wo inzwischen eine Kunstgalerie und ein imposantes Schaulager mit Werken von Susanne Böhm, Max Bresele und Margot Luf beheimatet sind. Lesungen, Künstlergespräche und Konzerte veranstalten sie außerdem. Sie sind Mitglied der Kulturkooperative Oberpfalz (KoOpf) und unternehmen viermal im Jahr sogenannte Landkreiskulturfahrten zu künstlerische interessanten Orten der Region.



Wie alles begann
Kunst beschäftigte die beiden neben ihrer Arbeit im Kartenhaus Kollektiv schon seit Jahrzehnten. Wilma hat in den 1990er-Jahren die Schlossgalerie in Wörth an der Donau betreut, kuratiert und Ausstellungen organisiert. Hier ging es auch schon sehr stark um regionale Kunst.
Ihr fiel damals auf: Es gibt so viele Kunstkalender mit Bildern von toten Koryphäen oder internationalen Größen, aber so gut wie keine mit weniger bekannten oder regionalen Kunstwerken und Künstlern. So entstanden die jährlichen KUNSTPARTNER-Kalender, die vom Kartenhaus Kollektiv erstellt und gedruckt wurden. Wilmas Mann Ingo war von Anfang an als Sponsorengewinner dabei.
„Firmen und Einzelunternehmer haben praktisch Kalender gebucht und sie weitergegeben. Denn die Kunstkalender gab es eigentlich nur als Geschenk, so brachte ich das Projekt zum Laufen.“

Wilma Rapf-Karikari mit Werken von Susanne Böhm, durch deren Nachlass das Schaulager entstand.
Ingo Kübler im Interview weiter zu seiner Rolle:
Das beschreibt relativ gut meine Position in der Kunstpartner-Welt: Ich mache Facility Management, auch Innovationen, was das Thema Bauten und eben Geldakquise angeht. Nägel in die Wand, mache die ganze Technik und rede natürlich schon mit. Wir sind immer im Diskurs, wir teilen halt unser Leben und damit auch unsere Kunstbegeisterung. Ich werde auch nach Einschätzungen gefragt. Aber immer wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen, dann macht das Wilma – kuratorisch oder eben künstlerisch.



Ingo Kübler im Schaulager, das sich vom leeren Raum in ein magisches Kunsttheater verwandelt während einer Führung.
Was hast du studiert oder wie bist du überhaupt zum Kartenhaus gekommen?
Nach dem Abitur habe ich mich fünf Jahre im Mediendschungel rumgeschlagen, mit einem Freund zusammen ein Tonstudio entwickelt in Niederbayern. Der ganze Bereich freie Radiowelt, das hat mich interessiert. Wir haben einiges auf die Beine gestellt. Irgendwann wollte ich wissen, wie die Druckerzeugnisse entstehen, die wir beauftragt haben. So kam ich zum Kartenhaus Kollektiv.
Die unternehmerische Form fand ich gut, über ein Praktikum blieb ich hängen, bis wir 2019 den Betrieb aufgegeben haben.



Bilder 1/2: Werke von Margot Luf und Max Bresele (Bild 3) im Schaulager
Und du, Wilma, wie kamst du zum Kartenhaus und zur Kunst?
Ich hatte und habe immer ein großes Faible für Bücher und Lesen. Deshalb war es naheliegend, dass ich nach der Schule nicht Stenokontoristin geworden bin wie viele meiner Schulfreundinnen, sondern dass ich mich einfach blind bei der Unibibliothek beworben habe und tatsächlich genommen wurde.
Da bin ich natürlich auch Kunstbüchern begegnet, und es war großartig, in diese Welt einzutauchen. Allerdings musste ich feststellen, dass mir diese Beamtenlaufbahn zu einengend, eindimensional war. Auf dem zweiten Bildungsweg kam ich in den Buchhandel und wurde dort vom Kartenhaus Kollektiv abgeworben. Auch mich hat diese Form des Arbeitens interessiert und gereizt.



Bild 1: das Schaulager von außen, im Garten Werke von Margot Luf.
Die Liebe oder das Interesse für Kunst ist aber geblieben. Über eine Regensburger Galerie, die regionale Kunst ausstellte, entdeckte ich, dass man neben Picasso oder Van Gogh auch mit lebenden Malern und Künstlern Bekanntschaft machen kann. Ein Funke sprang über. Jürgen Huber war damals ja auch im Kartenhaus und fing an, selber künstlerisch tätig zu werden und gründete die Schlossgalerie in Wörth, die Ingo ja bereits erwähnt hat.
So entstanden letztendlich die KUNSTPARTNER-Kalender daraus, weil ich natürlich darüber schon etliche Kontakte hatte. Das ging dann über 25 Jahre. Und über diese Tätigkeit gelangte ich in viele Ateliers in der näheren und weiteren Umgebung. Ich legte ja immer Jahresthemen fest und befüllte diese mit interessanten Werken und Techniken. Und nach 25 Jahren entschieden wir, ein Schaulager für Künstlernachlässe zu bauen.



Hinterglasbilder von Heiko Herrmann in der Galerie im Haupthaus. Zu sehen noch bis 12.10.2025
Und wie kam es jetzt zur Galerie und dem Schaulager in Adlmannstein?
Wilma: Der Hintergrund war, dass in diesen vielen Jahren einige der Künstler, mit denen wir gearbeitet und die wir sehr geschätzt haben, verstorben sind.
Ingo: Seit 2000 haben wir ja einen Nachlass im Haus, weil Susanne Böhm ihr Werk an die Wilma übergeben hat, geschenkt, mit Schenkungsvertrag, hier mit Mutter und Bruder am Tisch. Und damit haben wir uns zwangsläufig mit dem Thema, wie geht es mit dem Werk weiter, beschäftigt.
Noch einmal ein Schritt zurück zur Galeriegründung hier vor Ort. Wilma machte diese Geschichte in Wörth und hatte immer eine ewige Fahrerei zwischen Kartenhaus, der Stadt, zwischen hier und Wörth, dann gab es den Raum plötzlich nicht mehr. Die angebotenen Alternativen waren allesamt schwierig. Also habe ich gesagt: Wilma, du hast bald einen runden Geburtstag, ich baue dir hier eine Galerie.
Natürlich ist es viel mühsamer, Gäste hierher zu bekommen als in der Stadt. Aber wer kommt, hat Zeit dabei, genießt den Kontakt, das Gespräch, die Landschaft und eben die Kunst.
Denn was macht einen gelungenen Sonntag aus? Eine Landpartie, am besten mit einem guten Essen und einem netten Kunsterlebnis. Eine kleine Wanderung vielleicht noch.



Kulturpreis 2020 des Landkreises Regensburg für Wilma und Ingo, Bilder 2/3: Werke von Max Bresele
Stichwort Kommunikation
Wilma: Und Kommunikation. Wir haben uns immer so verstanden, dass wir hier auch ein Ort der Begegnung sind, also natürlich mit Kunst und Natur – Kunst in der Natur. Wer uns hier besucht, fährt nicht hier raus, um sofort wieder umzudrehen, wenn man etwas angeschaut hat, sondern man bleibt. Man trifft sich, kommt ins Gespräch.
Und das ist immer ein sehr schönes Kommunikationsereignis, auch für uns natürlich.
Ingo: Das Haus ist groß, wir haben es zu fünft gekauft als Wohngemeinschaft, die eigentlich das Ziel hatte, im Stadtbusbereich etwas zu finden. Nicht weil wir Busfahrer waren, sondern Radlfahrer waren. Und dann sind wir letztlich doch hier gelandet.
Wir drei haben es keinen Tag bereut, zwei haben aber schon wieder Abstand genommen. Also sind wir momentan personell drei Eigentümerinnen, ein Mieter, und wir haben die Galerie als fünfte Person. Und diese knüpft praktisch auch wieder an die Geschichte des Hauses an: 300 Jahre alt, gebaut nach dem Dreißigjährigen Krieg, als erster Neubau Ende des 17. Jahrhunderts, also im Hochbarock. Das Gebäude war Pferdewechselstelle, Gasthof.



Das Schaulager wird auch für Veranstaltungen genutzt.
Wir wohnen jetzt hier wie der letzte Pächter und betreiben auch eine Mischung aus Landwirtschaft und Gasthaus, mit der Betonung auf der Kunst. Aber wir bringen so wieder eine öffentliche Widmung in das Anwesen rein. Alles passt zusammen: zum Thema Regionalität, Stolz auf die Kunst der Region, die Künstlerinnen der Region. Das ist für uns identitätsstiftend.
Wilma: Man wundert sich natürlich, was das alles in so einem Dorf wie Adlmannstein soll. Die Leute hier, die sind jetzt wirklich alles andere als kunstaffin. Aber sie schätzen zum einen das, was wir hier mit dem Haus gemacht haben, als wir jedes Wochenende, Männlein wie Weiblein geschuftet haben…
Und die Adlmannsteiner feiern gern. Das wird schon goutiert, wenn hier was los ist, wenn dann draußen die Autos stehen und wenn wir in der Zeitung stehen. Dann ist man schon auch stolz, dann werden wir angesprochen, und es taugt einem schon.
Seit wann genau seid ihr hier?
Ingo: Wir haben das Haus 1991 gekauft, bis Mitte 1992 renoviert, und im August sind wir eingezogen, also sind wir jetzt seit 33 Jahren hier. Die Galerie haben wir 2005 eröffnet, 2002 bis 2005 umgebaut, und das Schaulager gibt es seit 2020. Da komme ich wieder ins Spiel. Meine Position… Ich baue auf Innovation. Als wir 2005 die Galerie eröffnet haben, gab es das Werk von Susanne Böhm schon. Das war sehr umfangreich. Wilma hat Ausstellungen damit organisiert und sich an anderen Ausstellungen beteiligt. Aber es fehlte die Kontinuität. So entstand die Idee mit dem Schaulager. Nachdem wir uns einiges angeschaut hatten, wussten wir, was wir brauchen: kein Depot, sondern etwas, was das Werk erschließt, wo man es zeigen kann.



Upcycling als künstlerische Lebensausgabe: Max Bresele im Schaulager
Ein kleines magisches Kunsttheater haben wir jetzt: Wir betrachten miteinander ein Bild ums andere, erschließen Susanne Böhm, Margot Luf, Max Bresele, die Welt, das Thema Kunst, Vor- und Nachlass, sind in einer Vermittlungsposition aufgebaut. Dafür brauchten wir einen Raum, der erste Versuch ist gescheitert, der zweite mit dem Büro planschmid (Willi Schmid und Birgit Roeger) wurde genau das, was wir uns vorgestellt hatten.
Wilma: Und es ist genauso, wie das für uns praktikabel ist, dass wir da sehr gut arbeiten können. Dass wir ganz, ganz stimmig die Kunst zeigen können, die wir haben. Das hat sich so bewährt, diese Überlegungen, die wir uns mit den Architekten und den Handwerkern – nicht zu vergessen: die Handwerker – gemacht haben. Es ist wirklich komplett aufgegangen dieses Konzept.
Wie war das mit Susanne Böhm, das war ja erst einmal eine Riesenverantwortung so ein Nachlass. Wie geht man damit um?
Wilma: Ja, das ist richtig, das war eine Riesenverantwortung. Wobei ich ehrlich gesagt am Anfang gedacht habe, als wir den Vertrag unterschrieben haben, dass das jetzt einfach eine Erleichterung für die Susanne ist. Ich war der Überzeugung, dass sie wieder gesund wird. Dann hätte ich ihr das einfach alles wieder zurückgegeben. Dass das dann wirklich alles zu uns kommt, das habe ich erst überrissen, als wir dann auf ihrem heißen Dachboden waren und ausgeräumt haben.
Ingo: Susanne hat das mit dem Schenkungsvertrag wirklich geschickt gemacht – intuitiv. Sie hatte ja schon mit Wilma gearbeitet, sie haben einen guten Draht zueinander gehabt… Susanne hat nichts reingeschrieben, du musst das und das und das.
Sie hat einfach gesagt: Schenkungsvertrag, Wilma und Ingo werden sich dann schon drum kümmern. So kam es dann auch.



Susanne Böhm im Schaulager der KUNSTPARTNER, die ihren gesamten Nachlass verwalten.
Sie wollte nicht, dass zum Beispiel ihre Mutter alles bekommt?
Wilma: Nein, das war explizit ausgesprochen: Die Bilder sind hier entstanden, die versteht ja in Brandenburg keiner. Deshalb sollen sie hier bleiben in der Gegend.
Ingo: Das zum einen, sie kennt da auch keiner mehr natürlich. Zum anderen kümmert sich der Bruder schon um das Werk des Vaters. Der war ja auch Maler, in Beskow südöstlich von Berlin. Er war mit diesem Werk schon eher überfordert.
Das Schaulager war vor allem finanziell ein Riesenkraftakt. In der Galerie steckten 2.000 Stunden Eigenleistung und 50.000 Euro. Jetzt ging es um einen Architektenentwurf und eine Viertelmillionen.
Wilma: Ich hätte mich das nie getraut, da war natürlich der Ingo der Anschieber. Ich hatte schlaflose Nächte.
Ingo: Bis ich es dir weggenommen habe. Ich habe dir gesagt: Vergiss es, schlaf du durch, ich kümmere mich drum, ich verantworte das auch.



Toll. Ein bisschen was habt ihr gekriegt von der Gemeinde oder dem Kulturamt oder?
Ingo: Zehn Prozent – von LEADER. LEADER ist ein europäisches Programm zur Ertüchtigung des ländlichen Raumes. Aber es waren immer nur 90 Prozent übrig.
Es wurde dann ein großes Fundraising-Projekt ins Leben gerufen, innerhalb unserer Fans, die wir ja inzwischen hatten. Dann gibt es natürlich Leute, die ein Bild kaufen, die das erste Mal ein Bild kaufen. Das Werk von Susanne Böhm ist ja nicht dazu da, dass wir ein Museum draus machen, sondern dass wir es unter die Leute bringen. Das hat recht gut funktioniert. Margot Luf hat sich beteiligt und ihren Vorlass im Schaulager untergebracht, da sie die Idee toll fand. So kam das zweite Werk dazu.
Mit Max Bresele seid ihr jetzt komplett, wollt ihr denn noch anderes dazu nehmen?
Wilma: Wir bekommen natürlich immer wieder Anfragen. Aber das Schaulager ist voll, und abgesehen davon sind wir mit diesen drei Werken ganz schön ausgefüllt.
Man muss die Personen ja am Leben und in der Erinnerung halten. Die Margot lebt ja noch, aber da muss man halt auch immer etwas tun. Zum Beispiel ist jetzt im Badehaus in Mayersreuth die Eröffnung einer Ausstellung, in der es um Glas geht. Jemand aus dem Kuratorium hat mitbekommen, dass Margot interessante Werke gestaltet hat. Da mussten wir jetzt Bilder hinbringen. Erst einmal rahmen et cetera…
Ingo: Du musst für deine Leute dann natürlich immer etwas bewegen, ist ja klar. Mit den dreien sind wir gut beschäftigt. Und du hast das ja in der Führung erlebt: Wir haben das Gefühl, – und unsere Gäste auch – die Werke sprechen miteinander. Sie können sich auf jeden Fall verständigen, auch wenn sie ästhetisch so unterschiedlich sind.
Was wir schon machen, ist natürlich auch Vernetzung. Wir wissen viel über andere Nachlässe, wo die gerade sind. Wir sind Mitglied im Bayerischen Verband Künstlernachlässe, finden das Thema wichtig.
Wilma: Nächstes Jahr wäre Susanne Böhm 80 Jahre alt geworden. Es wird eine Ausstellung in der Städtischen Galerie Leerer Beutel geben. Und bei uns natürlich auch, dann wird auch ihre Biografie fertig sein und insgesamt sechs oder sieben Broschüren. Damit ihr Werk wirklich übersichtlich und anschaulich dargestellt wird.



„Ohne Kunst ist unsere Welt tot“ – Künstlergespräch mit Heiko Herrmann zur aktuellen Ausstellung.
Groß verdienen werdet ihr aber damit nicht oder? Das ist alles schon eine Labour of Love?
Ingo: Wir schaffen es schon, dass wir mit unseren Verkäufen unsere Bauten finanzieren. Aber die Bauten finanzieren wir auch nur dafür, damit wir etwas zeigen können. Die bringen uns jetzt weiter nichts.
Wilma: Genau. Andere kaufen Sie für 100.000 Euro ein Wohnmobil oder ein Cabrio. Wir investieren in die Kunst.
Nochmal ganz kurz zu den drei Künstler:innen im Schaulager. Wer ist das genau?
Wilma: Gemeinsam haben die drei übrigens, dass sie fast gleich alt sind. 1943 bis 1946 geboren. Susanne Böhm war die Erste und ist 2000 gestorben. Sie hat ursprünglich Aquarelle gemalt, studierte Architektur. Sie konnte sich aber mit dieser Art Arbeit, die sie hätte machen müssen, nicht abfinden. So hat sie sich für die freiberufliche Malerei entschieden.
Gelernt hat sie das Aquarellieren bei ihrem Vater und malte schöne, stimmungsvolle Aquarelle. Aber nur solange sie in der DDR war. Sie ist 1981 nach Regensburg gekommen und hat ihren Malstil dann sehr verändert, sich eine expressive Ausdrucksweise angeeignet. Hat alles verändert: den Malgrund, die Farben, kalte kräftige Farben: Türkis, Schwarz, Weiß und ein blutiges Rot, schwarzen Umrahmungen.


Margot Luf ist ursprünglich Malerin, hat aber dann an der Akademie in München Werke von Lothar Fischer und der Gruppe SPUR gesehen. Sie war fasziniert. Fischer hat sie dann als Schülerin angenommen, und sie hat ihm fünf Jahre lang assistiert. Diese ganze Zeit über befasst sie sich nur mit dem Material Ton. Später dann ist sie wieder zur Farbe gekommen und musste sich natürlich auch von Fischer wieder weg entwickeln. Auch vom Material her, sie begann, Bronzen herzustellen. Schweres Material, dem sie durch Farbe wieder Leichtigkeit verleiht.
Max Bresele ist ein Allrounder, muss man sagen. Der hat auch einen Beruf gelernt, er war Offsetdrucker, hat in Hamburg und Köln gelebt und hat in Hamburg, München und in Schwandorf als Drucker gearbeitet.
In Spanien und in Frankreich ist er auch immer längere Zeit gewesen. In den 1970er-Jahren ist er dann wieder zurück in seine Heimat. Er stammt aus Fronberg bei Schwandorf.
In dem Dörfchen Uckersdorf hat er sich niedergelassen. Erst in einem Häusl, dann am Dorfrnd in einem Bauernhof und zuletzt unter prekären Verhältnissen in einem Hühnerstall. Da hat es reingeschneit, und er hat sich natürlich gesundheitlich ruiniert.
Er sich der aufklärerischen Arbeit verschworen, der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten – was sie alles wegwirft.
Was sie alles an Dingen für nutzlos erklärt, die eine Funktion, eine ästhetische Funktion haben können. Das hat er bewiesen mit seinen Werken. Textil, Metall, Glas, Holz, er hat mit allem gearbeitet, was andere weggeworfen haben.

Letztendlich ging es ihm um Nachhaltigkeit. Man braucht 20, 30 Jahre Abstand, um zu sehen, dass es damals eine Avantgarde-Position eingenommen hat. Was heute gesellschaftlich Konsens ist und trotzdem nicht wirklich gelebt wird, hat er damals schon radikal vorgelebt. Der Gesellschaft den Spiegel vorgehalten.
Max Bresele vertreten wir in Kooperation mit dem Kunstverein Weiden, der ja ein Museum mit seinen Werken aufgebaut hat. Also gibt es diese, einen Vorlass und einen Nachlass.
Wenn der Weiße Ritter kommen würde – mit der Million -, was macht ihr dann damit?
Ingo: Vielleicht eine Weltreise, Kunst anschauen.
Wilma: Eine Stiftung für Künstlernachlässe! Wir müssen uns ja auch langsam damit befassen, was mit all dem passiert, wenn es uns nicht mehr gibt.
Aktuelle Ausstellung noch bis 12. Oktober 2025:
Pertolzhofen – Uckersdorf
Heiko Herrmann und Max Bresele
Geöffnet:
Sonntags von 14 bis 17 Uhr und gerne nach Vereinbarung.
Veranstaltung:
„Ois ned glong“
Erwin Rehling – Geschichten und Klänge
Sonntag 12. Oktober 2025, 11 Uhr
Bitte anmelden. Eintritt incl. Apèro 20 €
Schaulagerführungen auch nach Vereinbarung
Kontakt:
KUNSTPARTNER GbR
Wilma Rapf-Karikari und Ingo Kübler
Altenthanner Straße 1
93170 Adlmannstein
Telefon: 09408 1316
E-Mail: info@kunstpartner.eu
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