Draußt am Hoitzerhof: Fine Dining auf dem Land

Dieses Kleinod nahe Regensburg in einem Dorf namens Hungersacker bei Wörth an der Donau gibt es schon seit 2021, aber dank eines neuen Bekannten auf Instagram durfte ich Draußt am Hoitzerhof nun auch entdecken. Gastgeberin und Sommelière Lisa Heitzer und Chefköchin Michaela Suntinger haben hier etwas ganz Besonderes erschaffen: einen Ort zum Wohlfühlen, Feiern und es sich gut gehen lassen. Geöffnet ist das Restaurant Freitag und Samstag Abend ab 18 Uhr, und am Sonntag ab 14 Uhr zu einem Late Lunch, das wir ausprobieren durften.*



Die saisonale kleine Karte bietet eine Vorspeise, Nachspeise und zwei Hauptgänge zur Auswahl. Alles hat einen besonderen Twist, und schon der Gruß aus der Küche hat uns einfach entzückt. Industrial clean Schick trifft auf ländliche Idylle mit Bauernhof, Ziegen, Honig, Weiher und einem Baumhaus ohne Strom, WLAN und fließend Wasser, das man mieten kann. Am liebsten wäre ich gleich dort geblieben! Ein kleine Privatsteg führt ins Wasser, Outdoor-Dusche, -Küche und -WC gibt es natürlich. Im Interview erzählen die Powerfrauen mehr.

Wer seid Ihr? Woher kommt Ihr?
Wir sind Lisa und Michaela. Michaela (33) ist die Köchin, ich bin die Gastgeberin. Michaela kommt aus einem kleinen Bergbauernhof im Mölltal in Kärnten/Österreich. Sie hat ihre Kochausbildung am Wörthersee in Klagenfurt gemacht und war längere Zeit in der Schweiz tätig. Ich selbst habe nach meiner Hotelfachausbildung in Australien, England und Österreich gearbeitet, Erfahrungen auf einem Weingut an der Mosel gesammelt und mich anschließend zur Wein-Sommelière an der Hotelfachschule Heidelberg weitergebildet. In der Schweiz haben wir uns kennengelernt.
„Um ehrlich zu sein: Es hat ein bisschen gedauert, bis ich mich hier am Hof und in der Region so richtig eingefunden habe. Die Berge, die nach wie vor meine größte Energiequelle sind, fehlten mir anfangs sehr. Doch mittlerweile habe ich nicht nur meine eigene Küchensprache entwickelt, sondern weiß die Schönheit des bayerischen Vorwaldes direkt vor der Haustür und die Möglichkeiten, die der Hoitzer Hof mit sich bringt, sehr zu schätzen.“ (Michaela)



Wie seid ihr auf die Idee mit dem Restaurant gekommen und seit wann gibt es das?
Den Wunsch, mich selbstständig zu machen, verspürte ich schon während meiner Ausbildung. Die konkrete Idee für unser Draußt hat sich eher organisch entwickelt.
Der Hoitzerhof ist meine Heimat – er war der Hof meiner Großeltern und Eltern. Ich habe das Potenzial des Hofes wiederentdeckt und Michaela überzeugt, dieses Projekt mit mir umzusetzen.
Was erwartet einen bei euch?
Bei uns soll man das Gefühl eines kleinen Kurzurlaubs erleben. Wir möchten unseren Gästen einen entspannten Nachmittag oder Abend bieten, bei dem man dem Alltag entfliehen kann. Unsere Küche steht für frische, regionale Zutaten ohne viel Chi-Chi. Michaelas Inspiration kommt aus dem alpinen Raum und von der Küche ihrer Oma – bodenständig, gut gemacht, eine Art Wohlfühlküche.



v.l.n.r.: Vorspeise mit confierten Tomaten, die auf der Zunge zergingen, Hauptgang mit Ente und Polenta und die vegetarische Alternative mit gefüllten Kartoffeltaschen, Pilzen und allerlei weiteren Leckereien…
Was sind eure Lieblingsgäste?
Besonders freuen wir uns über Menschen, die sich auf uns und unser Konzept einlassen – ohne große Erwartungen an Speisekarten oder Trends.
Ihr habe auch eine kleine Unterkunft oder?
Ja, wir haben auch eine kleine Unterkunft, die wir „Waldhäuschen“ nennen. Sie liegt direkt am Waldrand zwischen unseren Fischteichen, ist für 2 Personen konzipiert und bietet ein naturnahes Erlebnis „Back to the roots“ – mit offener Outdoor-Küche, Komposttoilette und Solardusche.
Habt ihr vor zu erweitern, eure Öffnungszeiten et cetera? Was macht ihr, wenn das Restaurant zu hat?
Wir haben nicht vor, unser Restaurant zu vergrößern. Auch wenn die Nachfrage an manchen Tagen sehr hoch ist, möchten wir bewusst klein bleiben, um unseren persönlichen Stil und die Qualität unserer Küche zu bewahren.
Für besondere Anlässe wie Hochzeiten oder Weihnachtsfeiern öffnen wir auch außerhalb der regulären Zeiten.
Wir betreiben das Restaurant in Vollzeit und bauen nebenbei viel Obst, Gemüse und Kräuter selber an.



Was wünscht ihr euch für die Zukunft?
Für unsere persönliche Zukunft wünschen wir uns vor allem Gesundheit, die Freude an dem, was wir tun, nicht zu verlieren und weiterhin nette Gäste zu haben.
Für die Gastronomie allgemein wünschen wir uns wieder mehr echtes Kochen, weniger Convenience-Produkte und eine Gesellschaft, die bereit ist, für gutes Essen zu investieren und diese wertschätzt.









*Presseeinladung
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