deprexis® – eine Depression wartet nicht

30. Mai 2022 | immer.dasleben

Eine Depression, beziehungsweise eine depressive Phase kann jeden treffen. Ich weiß das aus eigener Erfahrung. Nach einer Reihe von Schicksalsschlägen, durch den Stress des Nebeneinanders von Kindererziehung, Beruf, Haushalt und Perfektionismus entwickelte ich eine Angststörung mit Panikattacken.

Auch ein Burnout, der auftritt, wenn wir uns ständig psychisch überfordern, kann eine depressive Verstimmung hervorrufen. Nichts scheint mehr Spaß zu machen. Der gehört aber zu den fünf Grundbedürfnissen des Menschen. (Kooperation/Werbung)

Depression und Wechseljahre

Depressive Verstimmungen können auch während der Perimenopause als Begleiterscheinung des Östrogenabfalls und von Hormonschwankungen auftreten. Viele Frauen haben auch mit den großen Veränderungen zu kämpfen, die die Wechseljahre mit sich bringen. Sie leiden unter einer Gewichtszunahme, fühlen sich nicht mehr attraktiv. Möglicherweise verlassen die Kinder das Nest. Sie fühlen sich nutzlos.

Damit sich eine solche Depression nicht verfestigt, braucht es schnelle Hilfe. Neben einer medikamentösen Behandlung kann eine fundierte Psychotherapie helfen. Aber nur 17 Prozent aller behandlungsbedürftigen Patienten mit einer akuten Depression gelingt es in Deutschland eine geeignete Psychotherapie anzufangen [1].

Denn die durchschnittliche Wartezeit bis zum Therapiebeginn beträgt bundesweit durchschnittlich rund fünf Monate, mit zum Teil großen regionalen Unterschieden [2]. Das ist ein Leidenszeitraum, der schwer zu ertragen ist.

Das Online-Therapieprogramm deprexis®

Hier kommt deprexis® ins Spiel, das wir euch heute vorstellen wollen. Das von Servier Deutschland vertriebene Online-Therapieprogramm bietet bei unipolarer Depression und/oder depressiver Verstimmung eine wirksame Therapieunterstützung und/oder Wartezeitüberbrückung. Hersteller des Programms ist die GAIA AG in Hamburg, und es kann vom Hausarzt verschrieben und bei den gesetzlichen Krankenkassen eingereicht werden.

Nach der Freigabe bekommt man einen Zugangscode und frau kann die Gespräche sofort beginnen. Die Kosten werden also übernommen. Studien zufolge – denn tausende Patient*innen haben das Programm bereits absolviert – hilft es 80 Prozent der Betroffenen.

„Im Grunde bin ich ein Computerprogramm voller Tipps und Anregungen, die alle das gleiche Ziel haben – es soll Ihnen möglichst bald wieder besser gehen. Sie fragen sich jetzt wahrscheinlich, wie das gehen soll. Nun, ich gebe Ihnen am besten mal einen kleinen Vorgeschmack.“

Dabei spricht frau mit einer Art künstlicher Intelligenz, die nach einem Multiple-Choice-Verfahren genau auf die individuellen Bedürfnisse eingehen kann. Ein „Gespräch“ dauert um die 45 Minuten. Es sind Audiofiles enthalten, Listen, Fragebögen und Protokolle zum Ausdrucken – auch außerhalb der Lektionen wird also weiter gearbeitet und geübt.

Wie schnell frau das Ganze absolviert, ist ebenfalls persönlich planbar. Themen sind unter anderem: Sozialverhalten, Träume, menschliche Grundbedürfnisse, inneres Kind, Gedanken und Gefühle – und wie damit umgegangen werden kann.

Was ist ein „gesunder Lifestyle“? Ernährung, Sport, Entspannung. Alle Bereiche des menschlichen Lebens werden genauer unter die Lupe genommen. Progressive Muskelentspannung, Atmen, Nahrung, all das kann bei einer Depression gut helfen und wird hier anhand von Übungen vorgestellt.

Die KI geht dabei auch auf hoffnungslose und verstockte Antwortmöglichkeiten ein, wie im echten Leben eben.

So kann das Programm nicht nur helfen, die Wartezeit auf einen Therapieplatz zu überbrücken, sondern bietet eine echte Alternative. Innerhalb von mindestens vier Wochen absolviert frau ein bis zwei Sitzungen, das ist der angedachte zeitliche Rahmen.

Ein weiterer großer Vorteil ist, dass sie überall und jederzeit auf dem Laptop gemacht werden kann – auf Reisen, wenn frau Zeit hat oder es einem akut schlecht geht. Denn viele von uns haben Stress im Beruf, kümmern sich um Angehörige oder hätten zur Fahrt zu einer Praxis lange Wege.

Sprechen wir darüber!

Auch wenn du selbst nicht betroffen bist, vielleicht kennst du jemanden, der akut Hilfe braucht? Zögere nicht, darüber zu sprechen, denn es kann jede von uns treffen und es ist nichts, wofür frau sich schämen braucht!

Mehr zum Programm findest du jederzeit unter

de.deprexis.com

[1] Melchior, H., Schulz, H. & Härter, M. (2014). Faktencheck Gesundheit: 6 Regionale Unterschiede in der Diagnostik und Behandlung von Depressionen. Bertelsmann Stiftung: Gütersloh. www.faktencheck-depression.de; aufgerufen am 19. Februar 2021)

[2] Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), 11.4. 2018: „Studie 1 Jahr nach der Reform der Psychotherapie-Richtline: Wartezeiten 2018“, Seite 30, aufgerufen am 19. Februar 2021:

https://www.bptk.de/wp-content/uploads/2019/01/20180411_bptk_studie_wartezeiten_2018.pdf


Ursula Gaisa

1968 in Schwandorf geboren. Studium Anglistik und Germanistik. Seit 1994 beim ConBrio Verlag. Journalistin, Buchautorin und Herausgeberin von immerschick.de

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7 Kommentare
  1. Ich Danke dir für diesen tollen Artike.
    Seit einigen Jahren leide ich unter Panikattaken und Depressionen.
    Das mit mit dem Program, da werde ich mich mal durchwuseln.

    Liebe Grüße
    Elke

    Antworten
    • Hallo liebe Elke, das ist schön, wenn es dir ein wenig helfen kann. Alles alles Gute für dich! Ursula

      Antworten
  2. Da kann ich ein Lied von singen, leider. Danke für den Tipp. Werde es sofort erkunden

    Antworten
    • Danke fürs Vorbeischauen und Lesen! Wir freuen uns, wenn es irgendwie hilft und helfen kann. Ganz liebe Grüße!

      Antworten
  3. Ich habe Deprexis vom Arzt angeboten bekommen. Nachdem ich die ersten 2 „Sitzungen“ durchgeklickt habe erkenne ich, dass das Programm für mich nichts taugt. Ich bin seit Jahrzehnten hochfunktional depressiv, habe ebensolang immer wieder fundierte Therapien über die Kasse erhalten. Darüberhinaus lese ich sehr viel um mich selbst zu ergründen und mir selbst zu helfen. Ich bin keine Anfängerin! Deprexis ist für mich lächerlich. Es ist etwas für Menschen, die ein wenig schwermütig geworden sind und sich noch in keinster Weise mit der Materie auseinandergesetzt haben!
    Außerdem gibt es NULL Interaktionsmöglichkeit. Nur vorgefertigte Antworten. Oft bin ich mit keiner Antwort zufrieden. All das, was das Programm mir sagt, habe ich schon hundertfach gehört und gelesen, es ist ein Witz! Zusätzlich bekommt man ab und zu noch SMS mit so einer Art Mantra geschickt. Z.B. „Glück = Gelassenheit + sinnvolle Aktivitäten + Vertrauen. Diese Sachen können wir lenken: Schritt für Schritt.“ Das ist ein Schlag ins Gesicht für Menschen, die sich schon lange mit ihrer Depression auseinandergesetzt haben und bemüht sind. Das ist Sarkasmus pur!
    Ich finde, bevor die Krankenkasse dem Patienten den Zugangscode für diese App gibt, also das Geld rauswirft, sollte erst einmal gefragt werden, auf welchem Level man sich mit seiner Depression befindet. Für „Fortgeschrittene“ ist sie nutzlos.

    Antworten
  4. Ich leide auch seit Jahren an Depressionen mit Panikattacken und da ich keinen Therapieplatz bekomme wegen allgemeinen Patienten – Stop, hat mir meine Krankenkasse diese deprexsis app empfohlen, LEIDER hat mir diese KI App auch nichts gebracht . Bei einer schweren Depression sind persönliche Gespräche mit einem Therapeuten wichtig. Denn diese Gespräche sind kein Vergleich, wie das Lesen von einer KI App. Ich habe so viele Bücher gelesen – Depressionen mit Panikattacken – in denen auch diese Verhaltensweisen mit Atemtechnik geschrieben steht. Mir hat mein Arzt Medikamente verschrieben gegen Depressionen mit Angststörung. Diese helfen etwas, aber bei schwierigen Situationen aber auch nicht richtig.

    Mit freundlichen Grüßen
    Angelika

    Antworten
    • Liebe Angelika, ja, das glaube ich. Aber vielleicht hilft es ja ein paar Menschen… Das wäre ja auch schon etwas. Alles Gute! Ursula

      Antworten

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